Ohne Bauchschmerzen keine Karriere! 9 starke Lektionen aus 50 Folgen

Shownotes

Was passiert eigentlich mit einem Menschen, wenn die Position immer größer wird?

Ulrich Grillo war BDI-Präsident, stand mit Barack Obama auf der Bühne und hatte einen Kommunikationstrainer, der ihm erklären wollte, wie er in der Öffentlichkeit auftreten sollte.

Seine Antwort irgendwann: „Ich bin so, wie ich bin.“ Wenn die Hand eben in der Hosentasche steckt, dann steckt sie da.

Helmut Lang, Managing Director der Lindner Group, setzt an einem ganz anderen Punkt an: Wer beim nächsten Karriereschritt keine Bauchschmerzen hat, entwickelt sich vielleicht gerade gar nicht weiter.

Und Christoph Hugenberg sagt jungen Führungskräften ziemlich unmissverständlich: Verschwenden Sie nicht Ihre Lebenszeit in einem Job, auf dessen Wochenende Sie permanent warten.

Drei Gedanken aus inzwischen 50 Folgen Headhunter Insights.

Für unsere Jubiläumsfolge haben wir deshalb noch einmal in unsere Gespräche mit Unternehmern, CEOs, Vorständen und erfahrenen Führungspersönlichkeiten hineingehört.

Und dabei geht es um Fragen, die weit über klassische Karrieretipps hinausgehen:

Wie viel Mut braucht der nächste Schritt?

Warum ist Aktionismus gerade in einer neuen Führungsrolle gefährlich?

Muss eine Führungskraft immer schon die Antwort kennen?

Was passiert, wenn man so schnell vorangeht, dass einem irgendwann niemand mehr folgt?

Wie verändert sich eine Organisation, wenn der Geschäftsführer bei einem Fehler zuerst nach seinem eigenen Anteil fragt?

Was ist wichtiger: Hierarchie oder Haltung?

Wie bleibt man man selbst, wenn Macht, Verantwortung und öffentliche Aufmerksamkeit wachsen?

Und vielleicht eine der schwierigsten Fragen überhaupt: Wann ist der Moment gekommen, Verantwortung wieder loszulassen?

Mit dabei sind unter anderem Ulrich Grillo, Helmut Lang, Tim-Oliver Müller, Dr. Henry Puhl, Hans van der Velden, Julian Krümpel, Dr. Stefan Karrer, Susanne Szczesny-Oßing und Christoph Hugenberg.

Neun sehr unterschiedliche Stimmen.

Keine glattgebügelten Leadership-Regeln.

Sondern Erfahrungen von Menschen, die Verantwortung übernommen, Fehler gemacht, Unternehmen geführt, Macht erlebt, Entscheidungen getroffen – und irgendwann auch wieder losgelassen haben.

50 Folgen Headhunter Insights. Zeit für die Frage: Was haben wir eigentlich über gute Führung gelernt?

🔗 Mehr über Dominic Späth:

Website: https://spaeth-partners.com/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dominic-sp%C3%A4th/?originalSubdomain=de

🔗 Mehr über Jessica Sander:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jessica-sander-48133170/

Website: https://www.mobilpodcast.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Jeder macht Fehler bei der Arbeit.

00:00:03: Es ist nur die Frage, stehe ich dazu oder steh nicht dazu?

00:00:05: Habe ich die Eier mich das zu trauen und mich so zu offenbaren oder nicht?

00:00:10: Wenn dir einer den nächsten Job anbietet und du hast keine Bauchschmerzen dabei, dann ist es nicht das Richtige.

00:00:18: Wenn Sie am Samstagmorgen aufwachen und sagen nun noch zweimal schlafen, denn geht's weiter!

00:00:24: Dann haben sie einen richtigen Job.

00:00:26: Also muss man Spaß haben.

00:00:28: Willkommen zur Headhunter Insights.

00:00:30: In diesem Podcast dreht sich alles um Leadership, die den Unterschied macht.

00:00:35: Freuen Sie sich auf Insights eines Headhunters und spannende Gäste, die exklusive Einblicke aus den Chefetagen deutscher Unternehmen mitbringen!

00:00:44: Das

00:00:44: ist Headhunter Insights.

00:00:49: Herzlich Willkommen zu Hunter Insights und heute ja zu einer ganz besonderen Ausgabe, denn das ist tatsächlich unsere fünftigste Folge.

00:00:56: Ich bin Jessica Sander und ich freue mich sehr diesen kleinen Meilenstein zusammen mit Dominik spät zu feiern.

00:01:01: Hallo Dominic!

00:01:01: Hallo

00:01:02: Jessica Ja fünfzig Folgen Das ist schon eine Zahl bei der man kurz zurückschauen darf vor allem auf die Menschen die bei uns Gast waren Unternehmerinnen und Unternehmer Vorstände Geschäftsführer Erfahrene Führungspersönlichkeiten mit sehr unterschiedlichen Karrieren und auch sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, was gute Führung eigentlich ausmacht.

00:01:24: Ja und wir haben ja eine Frage die stellen wir unseren Gästen am Ende unserer Gespräche immer – Was würden Sie Jungführungskräfte mitgeben, die vielleicht gerade an einem wichtigen Punkt Ihrer Karriere stehen?

00:01:33: Vor einer wichtigen Aufgabe einer schwierigen Entscheidung oder einem echten Wendepunkt?

00:01:38: Und was hat Ihnen selbst von solchen Situationen geholfen?

00:01:41: Und genau deshalb haben wir für diese fünftzigste Folge noch einmal sehr genau in unsere Gespräche hineingehört und daraus eine kleine Liste mit den neuen guldenden Regeln für erfolgreiche Führung zusammengestellt.

00:01:56: Manche unserer Gäste sagen, geh los!

00:01:59: Trau dich!

00:02:00: Andere sagen erst einmal Ruhe bewahren, wieder andere sprechen über Fehler, Haltung Macht oder darüber das gute Führung irgendwann auch bedeutet Verantwortung wieder loszulassen.

00:02:12: Und genau diese Unterschiedlichkeit fanden wir sehr spannend, denn vielleicht gibt es eben nicht den einen richtigen Weg ganz sicher sogar.

00:02:18: Aber es gibt Erfahrungen von Menschen die schon sehr viel Verantwortung getragen haben und die an ganz unterschiedlichen Punkten ihres Lebens etwas darüber gelernt haben was Führung wirklich braucht.

00:02:27: Wir starten mit einem Mann dessen Antwort bei mir sofort hängen geblieben ist nämlich Helmut Lang.

00:02:32: er ist Managing Director der Lindner Group und seit mehr als drei Jahrzehnten Teil dieses international tätigen Familienunternehmens Und wir haben ihn gefragt, was er Jungführungskräften raten würde wenn der nächste große Schritt vor ihnen liegt.

00:02:44: und seine Antwort beginnt mit einem Gefühl das wahrscheinlich ziemlich viele kennen.

00:02:48: Bauchschmerzen

00:02:49: Wenn ich es ganz plakativ sagen darf.

00:02:52: Der Haupttipp wäre Gehe immer nach vorne Mach dabei auch Fehler.

00:02:57: Unvertraue auf dich selbst Egal ob du ins kalte Wasser geschmissen wirst oder über ein mehr dezidiertes Programm nach vorn geführt wirst ist völlig wurscht.

00:03:07: Geh nach vorne Was sehr wichtig ist, du wirst keine Weiterentwicklung haben ohne Bauchschmerzen.

00:03:14: Wenn dir einer den nächsten Job anbietet und du hast keine Bauch schmerzen dabei dann ist es nicht das Richtige.

00:03:21: Den Satz mit den Bauchsschmerzen finde ich stark weil ich ihn persönlich auch kenne.

00:03:26: also ich hatte schon öfters Bauch Schmerzen zum einen in meiner Karriere zum anderen da erinnere ich mich noch sehr stark dran, dreizehn Jahre zurück als ich mich selbstständig gemacht hatte oder habe.

00:03:37: Da hatte ich mit Sicherheit auch Bauchschmerzen und es liegt oft daran weil wir Unsicherheiten ja häufig sofort interpretieren.

00:03:45: irgendwas stimmt hier nicht.

00:03:47: dabei kann sie genauso gut bedeuten die Aufgabe ist größer als das was sich bisher gemacht haben.

00:03:53: Ganz genau, denn jedes ungute Gefühl ist ja automatisch ein Stoppschild.

00:03:57: Manchmal braucht es oder bedeutet es vielleicht einfach... Ich verlasse hier gerade etwas das ich schon kenne und dann wird es ja eigentlich erst interessant.

00:04:04: Wobei Mut zum nächsten Schritt eben nicht heißt dass man danach sofort losrennt und allen beweisen muss, wie viel man kann.

00:04:12: Das hat Tim Oliver Müller Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der deutschen Bauindustrie ziemlich deutlich gesagt.

00:04:19: Sein Rat an Menschen die gerade in neue Führungsverantwortung kommen geht fast in die entgegend gesetzte Richtung.

00:04:27: Ich möchte sagen nicht in Aktionismus zu verfallen.

00:04:29: Es ist immer ganz gut sich darauf zurückzubezinnen zu sagen Wir haben Leute das Vertrauen gegeben dass sie eine Führingsrolle ausführen können.

00:04:38: Mit diesem Vertrauen derjenigen, die mich dahingesetzt haben kann ich sehr gelassen sein und mir vor allen Dingen auch die Zeit lassen, Dinge dir auf mich zukommen zu überdenken.

00:04:50: Denn nur wenn ich darüber nachdenke, kann ich eine gute Entscheidung treffen.

00:04:52: Das heißt Gelassenheit und damit aber wiederum eine gewisse Souveränität auszustrahlen sich nicht von jedem immer wie so ein Fan im Wind links-und rechts umbügeln zu lassen.

00:05:02: Man ist an dieser Führungsposition weil Leute etwas in einem gesehen haben.

00:05:06: Natürlich muss man sich darin beweisen, aber dieses Vertrauen und diese Gelassenheit mitzunehmen eine Souveränität zu entwickeln in der Rolle in der ich bin und erstmal durchzuatmen wenn auch kritische Situationen kommen...

00:05:18: Eigentlich widersprechen sich Helmut Lang und Tim Oliver Müller ja gar nicht ne?

00:05:21: Der eine sagt trau dich den Schritt zu machen und der andere sagt Und wenn du ihn gemacht hast musst du nicht in den ersten fünf Minuten die Welt neu erfinden.

00:05:29: Das sehe ich tatsächlich häufig.

00:05:31: Eine neue Führungsrolle beginnt Und sofort entsteht dieser Druck.

00:05:36: Jetzt muss ich zeigen, worum ich hier sitze?

00:05:38: Jetzt muss sich Entscheidungen treffen!

00:05:40: Jetzt muss mich was verändern.

00:05:42: Dabei kann gute Führung am Anfang auch bedeuten zuzuhören... und aufmerksam zu sein.

00:05:48: Absolut, um natürlich zu beobachten und zu verstehen und nämlich nicht auf alle sofort eine fertige Antwort zu haben.

00:05:54: Und genau da passt Dr.

00:05:55: Henry Pohl CEO von TGW Logistics sehr gut!

00:05:58: Wir haben ihn nämlich ganz konkret gefragt was sollte eine Führungskraft in den ersten dreißig Tagen einer Veränderung tun?

00:06:05: Was sollte sie unbedingt lassen?

00:06:07: Also konsequent weglassen würde ich in die ersten dreizig Tage alles das, was sich meiner vorgefertigten Meinung und Konzepten mitzubringen Sondern ich würde mich da komplett leeren in den ersten dreißig Tagen und wirklich nur ein Aufnahmenmodus sein.

00:06:22: In den ersten dreizig Tage anfangen, würde ich zu schnell zu erkennen was sich gut finde das definitiv in die richtige Richtung geht und wird all meine Kraft rein setzen das zu unterstützen mich darüber auch mit den Teams zu verbinden dass ich dann wirklich weiterreisten kann das was positiv begonnen ist weiterhin zu bekrepten.

00:06:41: Und erst nach dreizig Tagen würde ich dann anfangen meine eigene Erfahrung reinzubringen oder auch meiner eigenen Meinung reinzubringe und dann mit dem Team zu arbeiten sein, wo wir vielleicht auch ein Kurs verändern.

00:06:53: Und woran ich erkenne dass nicht auf Kurs bin sind natürlich das einmal eine klassische Barometer der Geschäftszahlen wie man sich angucken muss.

00:07:03: Dann ist es aber ganz wichtig immer wieder über die Schulter zu gucken und sagen Sind denn da noch Leute hinter mir?

00:07:10: Und manchmal spritzt man nach vorne im Guten und denkt, das kann ich alles machen.

00:07:14: Das werde ich alles tun!

00:07:15: Und man beginnt viele Dinge in den ersten dreißig Tag oder danach.

00:07:18: Aber wenn man über die Schulter guckt und sieht, mir ist gar keiner gefolgt, dann steht man alleine auf großem Kelt oder großer Wiese... ...und das sollte man vermeiden.

00:07:26: Also auf Kurs ist man nur, wenn man wie die Schultern guckt.. ..und auch alle noch gemeinsam mit auf dem Weg sind.

00:07:33: Das Bild mag ich sehr.

00:07:34: Du kannst als Führungskraft wahnsinnig schnell vorne weglaufen Aber wenn du irgendwann über die Schulter schaust und da ist niemand mehr, warst du vielleicht schnell aber nicht besonders wirksam.

00:07:47: Ja und dieses erste Verstehen hat einer unserer Gäste sogar ziemlich wörtlich genommen, Hans Vandafelden.

00:07:51: Wir haben ja schon sehr oft über ihn gesprochen.

00:07:53: Das CEO von Keller & Kalmbach hat zu Beginn seiner Aufgabe nicht einfach seinen neuen Schreibtisch bezogen.

00:07:59: Er ist erst einmal ins Lager gegangen und hat dort wirklich mitgearbeitet.

00:08:03: Nicht nur einen Rundgang sondern Frühschicht, Nachtschicht wahre Ein- und Auslagern und eben auch selber Fehler machen!

00:08:10: Und das war dann irgendwie so nett?

00:08:12: Weil die hatten dann trotzdem keine Berührung selbst.

00:08:14: Ängste, weil sie haben gesagt, wieso machst du das?

00:08:16: Dann hat er gesagt ja, weil... Das ist ja eigentlich unser Herzstück!

00:08:19: Weil was ihr hier macht werden unsere Kunden als erstes nachher sehen Wenn ihr die Ware in einem schlechten Zustand rausschickt, dann ist es das erste was der Kunde von uns sieht.

00:08:28: Und für mich war immer diese Kundenerorientierung wichtig.

00:08:31: und zum anderen Hat mir aber auch einen sehr guten Überblick gegeben.

00:08:37: wo haben wir einfach interne Themen?

00:08:39: also weil die waren ganz offen habe ich gesagt Das und das macht mein Arbeitsalltag schwer, hier habe ich Themen.

00:08:45: Das waren mal ganz einfache Dinge, weil sie vielleicht nicht die idealsten Werkzeuge hatten und dann sich das irgendwo organisieren mussten oder selbst behälsmäßig kleine Dinge gemacht haben.

00:08:55: Und das war für mich schon wichtig um einfach zu verstehen wo sind die echten Ursachen von den Herausforderungen, die wir haben?

00:09:04: Zum anderen halt auch, weil ich durch meine ... technische Grundausbildung war mir schon noch wichtig den Leuten auch hier zu zeigen.

00:09:12: Ich will verstehen was ihr tut, bevor ich einfach dann darüber auch einfach Werte und Urteile.

00:09:18: Und das hilft mir heute bei allem was ich tue auch weil ich wusste dann sofort wo ich danach sage mal in den administrativen Bereichen genau reinschauen muss, weil ich die Auswirkungen im Lager gekannt habe.

00:09:30: Und die Ursache war nicht dass der Lagernmitarbeiter hat zu langsam kommissioniert hat sondern weil wir vielleicht Dinge versprochen haben für die eigentlich die Prozesse gar nicht so richtig ausgelegt waren und deswegen war mir das auch wichtig und nicht einfach nur ein zwei Tage sondern ich muss ja wirklich ein zwei tage in jedem Bereich mitarbeiten können um es selber am eigenen Leib zu spüren.

00:09:50: Das ist für mich einer der praktischsten Gedanken in dieser gesamten Auswahl.

00:09:55: Wenn du wissen willst, warum etwas nicht funktioniert, musst du da hingehen wo es tatsächlich passiert?

00:10:01: Genial!

00:10:01: Da finde ich auch und nicht einfach nur aus dem Büro heraus sagen Warum seid ihr denn so lang warm?

00:10:05: ne?

00:10:06: Genau den.

00:10:06: möglicherweise ist derjenige im Lager überhaupt nicht das Problem.

00:10:11: Vielleicht haben wir vorher Prozesse falsch aufgesetzt vielleicht haben wir etwas versprochen dass gar nicht funktionieren kann Und dann verändert sich plötzlich auch die Frage der Verantwortung.

00:10:21: Also von einem, wer hat denn diesen Fehler gemacht?

00:10:24: Zu was ist eigentlich mein eigener Anteil daran, dass man sich immer wieder hinterfragt?

00:10:27: und genau diese Frage hat Julian Krümpel Geschäftsführer von Cortemann Beton in unserem Gespräch gestellt.

00:10:34: Er hat uns von einem ganz konkreten Fehler erzählt bei dem er die Verantwortung ihm nicht einfach beim Mitarbeiter aufgeladen hat.

00:10:41: Bestes Beispiel, wir haben mit einem Maschinenbauer vor einigen Jahren eine Verhandlung gehabt.

00:10:45: Wir haben dem seine Maschienen zurückgegeben weil wir nicht zufrieden waren mit der Performance der Maschine und da gab es ne sehr komplexe Vereinbarung über sichseiten juristisch aufgesetzt welche Zahlungen er uns dafür tätigen muss.

00:11:00: im Nachhinein und wir mussten deine Pflicht einhalten.

00:11:02: bis zum ein dreißigsten dritten mussten wir noch eine Kiste mit Maschinenteilen verschicken.

00:11:07: das hat einen Mitarbeiter von uns nicht getan.

00:11:09: der hat das vergessen Und ich habe darüber dann berichtet, aber ich hab nicht gesagt hey der Mitarbeiter hat einen Fehler gemacht sondern der Fehler war dass ich es nicht kontrolliert habe.

00:11:16: Weil ich wusste da hängen ein großer Geldbetrag dran.

00:11:19: Ich hab's nicht kontrollieren und ich hab den Mitarbeiter nicht erklärt warum das so wichtig ist.

00:11:24: weil wenn ich ihm das warum erkläre Dann vergisst er es auch nicht weil er die Mission dahinter versteht.

00:11:29: und über sowas habe ich dann in unserem In unserer Meeting Berichtet umgesagt was ist mein Anteil?

00:11:35: Was lernen wir daraus?

00:11:36: Und so versuchen wir das als Geschäftsführer vorzuleben und zu zeigen, Wir können uns auch verletzlich zeigen und Schwäche zeigen.

00:11:43: Denn es ist ja absolut klar jeder macht Fehler bei der Arbeit!

00:11:48: Es ist nur die Frage stehe ich dazu oder stehe nicht dazu?

00:11:50: Habe ich die Eier mich das zu trauen und mich so zu offenbaren oder nicht?

00:11:55: Das ist für mich echte Verantwortungsübernahme denn Führung wäre relativ einfach wenn Verantwortung nur bedeuten würde Ich entscheide.

00:12:03: interessant wird es dann Wenn etwas schief geht

00:12:06: Ja, und wenn man selbst sagen muss das war nicht nur der andere da hätte ich ja etwas anders machen können.

00:12:11: Und genau das schafft natürlich eine... andere Fehlerkultur.

00:12:14: Wenn der Geschäftsführer selbst sagen kann, wo sein Anteil lag können Mitarbeiter irgendwann vielleicht auch offener sagen da habe ich etwas falsch

00:12:22: gemacht.".

00:12:23: Genau und damit sind wir bei einem Begriff, der in unseren Fünfzig Folgen immer wieder eine Rolle gespielt hat nämlich Haltung!

00:12:28: Und kaum jemand hat das so klar formuliert wie Dr.

00:12:31: Stefan Karra Technikvorstand der Köhlergruppe und seinen Satz war Haltung schlägt Hierarchie?

00:12:38: Ja das ist wirklich ne ganz schöne Botschaft die ich da mitgeben will die ich einfach auch jeden Tag merke bei den jungen Leuten, dort wirklich was mitzugeben und eine Richtung vorzugeben.

00:12:53: Ganz wichtig!

00:12:54: Haltung schlägt die Hierarchie hier und denkt daran verwechselt Haltung nie mit Härte.

00:13:00: ja das ist total blöd und Macht ist nicht der Status.

00:13:05: viele denken erst mit der Position habe ich die Macht um Dinge eben durchzusetzen.

00:13:11: Totaler Quatsch.

00:13:13: Seid immer klar, seid verbindlich und seit mutig.

00:13:18: Und vor allem was das Wichtigste ist in der heutigen Zeit Ja man muss menschlich bleiben.

00:13:23: also ich denke dass es ganz wichtig und Nämt dich selbst nie zu ernster.

00:13:32: Das ist wirklich so.

00:13:33: und Führung.

00:13:34: Führung ist wie Steuern bei Wellengang.

00:13:37: Du brauchst natürlich ein Ziel, das ist ganz wichtig!

00:13:41: Was ist dein Nordsterndort?

00:13:43: Nämlich selbst nie zu ernst.

00:13:45: Diesen Satz finde ich im Zusammenhang mit Macht und Position fast genauso wichtig wie Haltung Schlett-Hirachi.

00:13:52: Ja, dann irgendwann wird die Position natürlich größer Die Verantwortung wird größer Und vielleicht ja auch die öffentliche Aufmerksamkeit.

00:13:59: Dann stellt sich noch einmal eine ganz andere Frage nämlich Wie schafft man es eigentlich dabei nicht plötzlich jemand anderes zu werden?

00:14:04: Ja,

00:14:05: das sind wir dann quasi bei Ulrich Krillow, Vorstandsvorsitzender der Krillowehrige AG.

00:14:10: Ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie und langjähriger Aufsichtsrat.

00:14:16: Jemand, der wirklich auf großen Bühnen unterwegs war und vielleicht ist deshalb gerade seine Antwort so interessant?

00:14:23: Ich weiß beim BDI am Anfang hatte ich einen bürsener Trainer, nicht bürsener Trainersfall, sondern sagen mal einen Kommunikations-Trainer beibringen wollte, wie ich mich dann in der Öffentlichkeit reden und sowas verhalten sollte.

00:14:36: Sonst habe ich dann drei vier mitgemacht.

00:14:37: Dann musst du mehr!

00:14:39: Ich bin so wie ich bin.

00:14:40: Und wenn ich da nun mal falsch stehe, mit der Hand in der Hosentasche oder wie auch immer... ...ich bin so, wie ICH BIN.

00:14:46: Und ich glaube ehrlicherweise dass das auch nicht ein Erfausgarand, ob das nur erfolgreich war oder nicht müssen andere Beurteilen aber dass das dazu geführt hat, dass ich eine hohe Akzeptanz gekriegt habe weil ich eben nicht verstellt war, weil die haben gemerkt Auch an meiner Sprache merkt man, ich komme aus dem Ruhrgebiet und verstehe mich da auch gar nicht.

00:15:04: Und das ist einfach... Man muss so sein, man ist wie man morgens im Spiegel guckt, wenn man den Kerl da sieht, der sollte sich nicht umwiegen lassen.

00:15:11: Das ist wichtig!

00:15:12: Das merken die Leute draußen, das merkt die Außenwelt, das Merken aber vor allen Dingen natürlich meine Mitarbeiter hier in dem Familienunternehmen, die mich nun teilweise schon lange kenne, auch früher noch als ich jung war, am Studio mal gearbeitet habe.

00:15:26: Und die merken auch, wie ist der?

00:15:27: Verändert er sich.

00:15:28: Ist er jetzt plötzlich wichtig wenn sie mich im Fernsehen mit Obama oder sonst was sehen?

00:15:32: Oder ist der immer noch der, der früher war?

00:15:34: und ich glaube, wenn Sie die fragen würden, würden die meisten sagen, der ist so geblieben wie er war und das nicht autistisch, sondern authentisch

00:15:42: zu sein.

00:15:43: Ja, ich glaub es ist eine wichtige Botschaft auch an unsere Junghörer, die eben noch ein Karriereweg vor sich haben.

00:15:49: Für mich auch immer ganz wichtig so zu bleiben, wie man ist.

00:15:52: Das ist ein harter Weg.

00:15:53: Also manchmal ist es einfacher das zu machen was andere sagen aber es ist einfach der ehrliche Weg und der, der auch langfristig erfolgreich sein wird.

00:16:00: Die Wahrheit ist immer größer wenn sie beruflich wachsen, wenn Sie weitere Verantwortung kriegen, wenn sie dann irgendwann Vorstandsvorsitzender sind eine Öffentlichkeit sind die Gefahr unheimlich groß dass sie sich dann anpassen und dass sie dann immer wichtiger werden.

00:16:11: also ich muss sagen bei Ulrich Grillo bekommt dieses Wort Authentizität das ja wirklich sehr oft benutzt wird nochmal eine ganz andere Bedeutung.

00:16:19: nicht Sei authentisch, weil sich das in einem Leadership-Buch gut anhört.

00:16:22: Sondern wirklich werde nicht zu einer anderen Person nur, weil deine Position größer geworden ist.

00:16:26: Das finde ich herrlich!

00:16:27: Ja definitiv und vielleicht gehört zu dieser Entwicklung noch etwas worüber wir bei Karriere erstaunlich selten sprechen.

00:16:34: Wir reden ständig darüber mehr Verantwortung zu übernehmen den nächsten Schritt zu machen, in der ersten Reihe zu stehen.

00:16:40: Ja aber gute Führung hat irgendwann ja auch eine ganz andere Seite nämlich die Fähigkeit wieder Platz zu machen.

00:16:46: und darüber haben wir mit Susanne Chesney-Ossing gesprochen.

00:16:49: sie war ja viele Jahre CEO der EWM GmbH und Vorsitzende der WM Holdings ist heute Senior Advisor und Präsidentin der IHK Koblenz.

00:16:58: Und als wir sie gefragt haben was für Sie persönlich die größte Herausforderung der Laufbahn war kam einer Antwort die vielleicht gerade von einer erfolgreichen Unternehmerin nicht unbedingt selbstverständlich ist.

00:17:08: Für mich persönlich ist nach wie vor und das war ja auch in der Eingangsfrage Transformation, die größte Herausforderung des Loslassen.

00:17:17: Ich bin wirklich konditioniert in einer Unternehmerfamilie Verantwortung zu übernehmen und auch in erster Reihe zu stehen und das Loslassen darf man lernen?

00:17:29: Wirklich auch die Verantwortung zu übergeben und mein Stolz ist, dass wir wirklich als Familie das geschafft haben.

00:17:36: Das Unternehmen so stark aufzustellen mit engagierten Menschen und ganz klaren Zukunftsplänen und das so auch zu übergehen.

00:17:44: Ich glaube es ist eine tolle familiäre Leistung wenn man sich den Trend an seinem eigenen Unternehmen.

00:17:49: Das ist für mich eigentlich eine sehr interessante Ergänzung zu allem was wir vorher gehört haben.

00:17:54: denn bei Karriere sprechen wir unheimlich viel darüber Verantwortung zu Übernehmen Aber viel seltener darüber, dass gute Führung irgendwann auch bedeuten kann Verantwortung abzugeben.

00:18:05: Ja und sicher ist ja beides braucht Mut.

00:18:07: in die erste Reihe zu gehen aber auch irgendwann zu sagen jetzt dürfen andere übernehmen

00:18:11: Das ist vielleicht sogar eine der größten Wendepunkte einer langen Führungs-Karriere.

00:18:16: Und wenn wir jetzt all diese Gedanken zusammen nehmen Mutgelassenheit Zuhörenverantwortung Fehler Haltung Macht und Loslassen Dann fehlt eigentlich noch eine ganz einfache Frage.

00:18:26: Wofür mache ich das eigentlich alles?

00:18:28: Und da würde ich gerne mit Christoph Hugenberg enden, er war in unserem Gespräch Vorstand der Rotodach-Systemtechnologie und stand unmittelbar davor die Gesamtverantwortung für die Roto Frank Holding AG zu übernehmen.

00:18:40: Sein Rat an Jungführungskräfte beginnt mit einem Satz, der zunächst überhaupt nichts mit Karriereoptimierung zu tun hat.

00:18:46: Sie müssen einen Job haben den sie mögen.

00:18:50: Das muss nicht jeden Tag so sein!

00:18:51: dass man sagt, ich freue mich jeden Tag.

00:18:53: Weil da gibt es auch mal unangenehme Situationen.

00:18:55: aber Sie müssen Ihren Job mögen und Sie müssen Spaß haben dort zu der Firma zu fahren und zu sagen Ich freu mich darauf!

00:19:02: Ich sag immer Es gibt so Radiosendungen die sagen denn nur noch dreimal schlafen bis Wochenende.

00:19:10: wenn sie sich dabei erwischen dass sie das permanent quasi zählen wie lange brauche ich noch bis Wochenenden?

00:19:15: ist das eine gute Indikation dass sie einen falschen Job haben.

00:19:19: Verschwenden Sie nicht ihre Lebenszeit, suchen Sie sich ein Job wo Sie Ihre Stärken einbringen, wo Sie Spaß haben und sagen da habe ich Bock drauf das zu tun?

00:19:28: Das ist richtig!

00:19:29: Wenn Sie am Samstagmorgen aufwachen und sagen nur noch zweimal schlafen dann geht es weiter Dann haben Sie den richtigen Job.

00:19:36: also muss man Spaß haben.

00:19:39: Das finde ich nach all den großen Begriffen eigentlich ein ziemlich guter Schlusspunkt Denn Karriere ist am Ende ja nicht nur die Frage, wie weit komme ich?

00:19:50: Sondern auch, wie möchte ich einen ziemlich großen Teil meines Lebens verbringen.

00:19:55: Ja und wenn wir diese neuen Stimmen nach fünfzig Folgen einmal nebeneinander legen dann entsteht daraus eben keine Checkliste oder keine neuen goldenen Regeln vielleicht, wie wir es am Anfang gesagt haben.

00:20:05: Vielleicht eher sowas wie ein Kompass.

00:20:06: habe den Mut einen Schritt zu machen, auch wenn er die Respekt macht.

00:20:10: aber glaube nicht das Führung bedeutet sofort auf alles eine Antwort haben zu müssen.

00:20:14: oder weiter geh hin und verstehe was wirklich passiert, frage dich bei Fehler auch nach einem eigenen Anteil.

00:20:21: Verwechsel Haltung nicht mit härter finde ich ganz wichtig!

00:20:25: Und verwechsel eine große Position nicht mit persönlicher Größe.

00:20:29: Und ganz wichtig natürlich bleibe neugierig genug dich immer weiter zu entwickeln und ohne dich dabei zu verbiegen und vergiss nicht dass Führung irgendwann noch heißen kann anderen den Platz überlassen.

00:20:38: Und vielleicht ist genau das nach fünfzig Gesprächen die wichtigste Erkenntnis.

00:20:43: Gute Führung zeigt sich nicht nur darin, was jemand entscheidet sondern darin wie jemand mit Verantwortung umgeht.

00:20:50: Mit anderen Menschen?

00:20:51: Mit Fehlern?

00:20:52: Mit Unsicherheit?

00:20:53: Mit Macht und am Ende auch mit sich selbst.

00:20:56: Also ich finde so für fünfzig Folgen ist das doch eine ziemlich schöne Zwischenbilanz.

00:21:01: An dieser Stelle möchten wir natürlich einmal Danke sagen an alle unsere Gäste, die uns in diesen Fünfzig Folgen Einblicke gegeben haben.

00:21:07: Nicht nur in Unternehmen Strategien und Entscheidungen sondern sehr oft auch in persönlicher Erfahrung Zweifelfehler und auch Wendepunkte.

00:21:13: Und natürlich danken alle, die es zuhören!

00:21:16: Ganz egal ob sei der Folge eins oder erst seit kurzem.

00:21:20: Genau, Folge Eins war ja mit unserer lieben Betty.

00:21:23: Warum ist der Hund der beste Berater?

00:21:24: Ich erinnere mich sehr gerne zurück Genau, auf fünfzig Folgen hat Hunter Insights und wir sind ja noch lange nicht fertig.

00:21:30: Ich würde sagen...

00:21:31: Auf die nächsten fünfzig!

00:21:32: Absolut.

00:21:33: Also vielen Dank fürs Zuhören und ihr wisst ja alle wichtigen Infos, die stehen unten in den Show-Notes und wir freuen uns schon auf die nächste Folge.

00:21:39: dann Folge ein und fünfzig.

00:21:40: bis dahin alles Gute.

00:21:41: Tschüss.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.