#35 Industrie unter Druck – zwischen Energiepreisen, Bürokratie und Innovation | mit Burkhard Plett, CEO der BORBET GmbH
Shownotes
Wie viel Substanz steckt noch im Industriestandort Europa – und was braucht es, damit Unternehmen im internationalen Wettbewerb bestehen können?
In dieser Folge von Headhunter Insights sprechen Jessica Sander und Dr. Jörg Schwall mit Burkhard Plett, CEO der BORBET GmbH, über die Realität eines energieintensiven, hoch automatisierten Produktionsstandorts in der Automotive-Industrie. Es geht um steigende Energiepreise, regulatorischen Druck, Bürokratie, Fachkräfte, Produktivität und die Frage, warum Innovation in Europa heute wichtiger ist denn je.
Burkhard Plett beschreibt, wo der Druck in der Industrie tatsächlich ankommt, warum viele Probleme nicht neu sind, sich aber in ihrer Summe verschärft haben, und welche Rolle politische Rahmenbedingungen für Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit spielen. Auch Themen wie Energieeffizienz, KI in Produktion und Verwaltung, internationale Standortvergleiche sowie die Grenzen gut gemeinter Regulierung kommen klar zur Sprache.
Gleichzeitig wird diese Folge auch persönlich: Was bedeutet Führung, wenn Standorte unter Druck geraten? Wie trifft man Entscheidungen, von denen man weiß, dass sie nicht nur Zustimmung auslösen? Und was gibt einem die Energie, in schwierigen Zeiten Verantwortung für Unternehmen, Arbeitsplätze und Menschen zu tragen?
Gast: Burkhard Plett (CEO, BORBET GmbH)
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Transkript anzeigen
00:00:00: Mit unserer Kostensituation in Europa ist natürlich Innovation für mich Priorität eins.
00:00:06: Also wir müssen einfach den anderen immer einen Schritt voraus sein, das war im Prinzip auch schon immer so und jetzt nachdem andere speziell in China nochmal mit ganz anderen Mitteln, auch finanziellen Mitteln unterwegs sind gilt erst recht dann müssen wir einfach sehr viel schneller werden.
00:00:23: Willkommen zu Headhunter Insights.
00:00:26: In diesem Podcast dreht sich alles um Leadership die den Unterschied macht.
00:00:30: Freuen Sie sich auf Insights eines Headhunters und spannende Gäste, die exklusive Einblicke aus den Chefetagen deutscher Unternehmen mitbringen.
00:00:39: Das ist Headhunter Insights!
00:00:45: Herzlich willkommen, ich bin Jessica Sander und freue mich sehr heute zusammen mit Dr.
00:00:48: Jörg Schwall durch die Folge zu führen!
00:00:50: Hallo Jörgg, ich grüße
00:00:51: Dich.
00:00:51: Hallo
00:00:51: Jessica, ich freu mich.
00:00:52: Heute sprechen wir mit einem Industrie-CEO der Verantwortung für einen energieintensiven hochautomatisierten Produktionsstandort in Europa trägt.
00:01:01: Er ist Geschäftsführer der Bobbit GmbH, einem der führenden Hersteller von Leichtmetallfelgen in Europa.
00:01:06: Bobbit steht für Design, Ingenieurskunst und Rezise industrielle Produktion im Umfeld das von Energiepreisen, Regulatorik, Infrastruktur Fragen und globalen Wettbewerb geprägt ist, heute sprechen wir darüber wie man unter diesen Bedingungen wettbewebsfähig bleibt.
00:01:21: Und welche Haltung Führung in solchen Zeiten braucht?
00:01:24: Ich freue mich sehr dass wir heute bei Ihnen sein dürfen.
00:01:26: vielen Dank!
00:01:27: Hallo Herr Burkhard Plätt!
00:01:28: Ja hallo herzlichen willkommen im Sauerland!
00:01:32: Danke schön!
00:01:32: Wir freuen uns!
00:01:34: Dann starte ich gleich mal lieber Plätt.
00:01:37: Ich würde gerne mit unserer bewährten Eichhicksfrage beginnen nämlich Was beschäftigt Sie gerade aktuell beruflich?
00:01:43: Und wenn sie mögen, natürlich auch privat.
00:01:46: Bleiben wir bei meinem Beruflichen.
00:01:49: im Wesentlichen die aktuelle Weltlage.
00:01:51: Automobilindustrie war ja noch nie langweilig.
00:01:54: Die letzten Jahre ist recht nicht Aktuell ist besonders unruhig das gesamte weltgeschehen die Lage am persischen golf die beschäftigen uns extrem aktuell aufgrund unserer Energieabhängigkeit aber auch Rohstoffabhängigkeiten.
00:02:10: Sie kennen die Rahmenbedingungen natürlich sehr gut als Lenker eines Industrieunternehmens, das energieintensiv ist.
00:02:17: Wie steht die deutsche Industrie aus ihrer Sicht wirklich da?
00:02:20: Ich meine neben den Schlagzeilen und insbesondere die Automotiveindustrie.
00:02:25: Ja wie steht sie da?
00:02:26: ich würde mal sagen ich denke strukturell eigentlich besser als es manchmal in den Schlagszahlen ist.
00:02:31: Ich glaube es gibt nach wie vor gute Marken, es gibt auch nach wie muss man sich auch nicht verstecken, noch nicht kleiner machen als man ist.
00:02:42: Aber wir haben natürlich große Strukturprobleme, was die Kostenseite angeht und was die Wettbewerbsfähigkeit angeht.
00:02:48: Und daran müssen wir erst mal vor der eigenen Haustür kehren.
00:02:52: Jedes Unternehmen muss dann eigene Hausaufgaben machen.
00:02:55: aber die Randbedingungen müssen natürlich auch verbessern denn dass man mit einem Standort in Deutschland Probleme auf der Lohnseite hat das man immer wettbewersfähiger sein musste als anderes nichts Neues.
00:03:06: Das war seit vierzig Jahren der Fall.
00:03:08: Damit mussten auch alle Unternehmen immer klarkommen.
00:03:10: Es sind halt jetzt einige Themen dazu gekommen, Energie haben wir gerade schon genannt, Ausufernde, lohnnebenkosten, Bürokratie... Die müssen wir halt einfach angehen!
00:03:20: In den Schlagzeilen wird ja von dem Schockzustand gesprochen, grade in der Automotive.
00:03:25: Wir erleben Sie das wirklich in der Realität?
00:03:27: Wo ist der Druck bereits?
00:03:28: Sie haben es da schon ein bisschen angedeutet.
00:03:30: also ganz konkret und kann man wirklich von einem Schock-Zustand aktuell sprechen?
00:03:34: Also ich glaube, da muss man die Unternehmen und die Kunden... Aus unserer Sicht ja auch die Kunden unterscheiden.
00:03:39: Das trifft sicherlich nicht alle gleich.
00:03:41: Ich glaube was man schon sagen kann ist das nach der Phase, sagen wir mal, im Jahr des Jahrhunderts, als die Wirtschaftskrise überwunden wurde, die Finanzkrise, bis ins Jahr zum Jahr zwei Tausend neunzehnt zwanzig ging es der Automobilindustrie eigentlich recht gut von einigen auf und ab einmal abgesehen aber im Prinzip ging's ganz gut und dann ist man so in diese Corona-Stilstandspase gerauscht hat.
00:04:03: das überbrückt im Wesentlichen durch.
00:04:06: Wir frieren mal die Kosten ein, viele sind ins Homeoffice, viele waren in Kurzarbeit gegangen derzeit lang.
00:04:12: Kostemäßig war sicherlich auch eine sinnvolle Maßnahme gewesen aber die wesentliche Marktbegleiter, speziell aus China haben wir das eben nicht gemacht sondern kräftig weiterentwickelt.
00:04:22: und nach dieser Phase ist man quasi aufgewacht und hat gesehen was dann da passiert und ich glaube da muss man jetzt einfach wieder Geschwindigkeit aufnehmen.
00:04:31: Das gelingt im einen besser als im anderen, wie immer im Leben.
00:04:34: Aber im Prinzip würde ich sagen hat die deutsche Autoindustrie schon so viel Substanz dass sie das auch wieder aufräumen kann.
00:04:40: Aber wenn wir nochmal auf die vielen Unternehmen schauen, die ja mit den Energiekosten oder Bürokratie und auch dem Fachkräftemangel kämpfen was würden Sie denn sagen sind jetzt eigentlich die richtigen und wichtigen Hebel?
00:04:50: Also wie gerade schon gesagt, ich glaube ein Thema mit dem musste man in Deutschland immer klär kommen ist es das Lohnniveau ein höheres war als in Osteuropa als in Indien aus China.
00:05:01: Damit müssen wir einfach klarkommen und mit Automatisierung, Wettbeersfähigkeit, Innovationen gegenhalten.
00:05:06: Das ist das, was ein Unternehmen selbst machen muss.
00:05:09: Was sicherlich jetzt speziell seit dem Ukralen Krieg dramatisch dazu gekommen ist das Energiekostenthema.
00:05:15: da sehe ich leider politisch auch nicht wirklich fortschritte zur Zeit.
00:05:18: Industriestrompreis ist immer mal in der Diskussion gibt glaube ich vielleicht gibt es irgendwelche Referenten entwürfe.
00:05:24: Ich weiß nicht auf jeden Fall dass bei uns noch nichts angekommen Diskussionen über einen Gaspreis, den wir gerade jetzt wieder sehen.
00:05:30: Der gerade wieder explodiert.
00:05:32: Also ich glaube da sind einfach Rahmenbedingungen gefordert die von der politischen Seite kommen müssen, die das Industrieunternehmen erlaubt nach vorne wieder auch innovativer zu werden.
00:05:43: und dass Thema Bürokratie ist auch in aller Munde nimmt aber auch trotzdem nicht ab.
00:05:48: Ich kann es halt nicht erkennen, dass irgendwelche Regularien jetzt mal wirklich runtergefahren werden, dass man ja wirklich mal Hand anlegt sondern Eigentlich wird es eher jeden Tag mehr.
00:05:59: Genau, das Thema wollen wir gerne nochmal an der Stelle vertiefen.
00:06:02: also Regulierung und Standortrealität
00:06:06: ich
00:06:07: war ja auch mal im Metall unterwegs kennen die Rahmenbedingungen für Gießereien oder auch Primärproduktion von Aluminium und Stahl.
00:06:16: sie betreiben eine Gießerei.
00:06:18: Aluminum schmelzen ist ja auch energieintensiv.
00:06:22: Wir haben die letzten Jahre Ihr Risikomanagement dahingehend verändert.
00:06:27: Gut zum einen ist natürlich ein absoluter Schwerpunkt, das einfach stichnachgreifende Energie zu sparen.
00:06:33: Neue Schmelzkonzepte zu erarbeiten und mal einfach mein das Aluminium der Schmelztpunkt des Aluminiums hat sich jetzt nicht geändert.
00:06:39: Da sind wir noch da gleiche!
00:06:40: Und es ist einfach nur mal Energie notwendig ums zu verflüssigen.
00:06:44: von daher geht's darum wie kann man das am effizientesten machen?
00:06:47: Ein absoluter Schwerpunkt, also neue Schmerzkonzepte sind immer in den Werken dabei.
00:06:52: Das umzustellen so dass folgendlich effektiver werden natürlich immer verbunden mit Investitionen.
00:06:58: ja dann ist wieder die Frage wie schnell kann ich investieren?
00:07:01: es gibt diverse Fördertöpfe das sind wir wieder beim Thema Bürokratie manchmal elendig lange bis man die mal alle beantragt hat bis man einen richtigen Topf gefunden hat.
00:07:10: da könnte sicherlich eine Menge passieren um sowas zu vereinbaren ohne hundertgut achten und dreientreißig Berater Firm einzuschalten, dass ich glaube da wäre wirklich großes Potenzial.
00:07:20: Es ist definitiv mal Potenziale-Energie effizienter zu werden und das andere ist einfach langfristige Eindecken, Hetschen.
00:07:27: also diese Marktinstrumente die man natürlich allernutzen muss nutzen kann aber die natürlich auch alle nicht risikofrei sind.
00:07:33: Das muss man auch ganz klar sagen.
00:07:35: Man kann so viel Risiko-Management betreiben wie man will sieht man gerade wieder.
00:07:38: ja schön wenn man langfristig eingedeckt ist aber wenn aufgrund einer Krise auf der Welt morgen die Nachfrage einbricht Man setzt sich auf einen eingedeckten Mengen.
00:07:49: Das bedarf einer glücklichen Hand natürlich auch, ne?
00:07:53: Manchmal auch.
00:07:54: Genau!
00:07:56: Mit dem C-Bam, also dem Carbon Border Adjustment Mechanism versucht die EU Wettbewerbsfertnis herzustellen.
00:08:04: Hatten wir uns ja auch im Vorgespräch irgendwo unterhalten.
00:08:08: wie erleben Sie das in der Praxis?
00:08:11: Bei Sibam fällt mir immer der Spruch von Kurt Tucholsky ein, das Gegenteil vom Gut ist gut gemeint und so ist es bei dem Instrument zumindest so wie es aktuell eingesetzt wird.
00:08:21: Nur ein Beispiel die Regulatur ist da ja noch sehr volatil und so richtig ist noch nicht ganz klar wie es dann in den nächsten Jahren wirklich aussieht.
00:08:32: aber mal jetzt ganz früh.
00:08:34: ein Beispiel wir würden jetzt Aluminium im letzten Fall den Krieg im Iran Israel Iran wird es jetzt nicht geben, wir würden Aluminium aus der Golfregion kaufen mit einem CO-Fruitprint von X. Schmerzen das bei uns ein!
00:08:46: Dann ist halt in der Zukunft für dieses Aluminum bei uns dieser Siebarmsteuer fällig.
00:08:51: Würde ich das gleiche Aluminuum in die Türkei schicken?
00:08:54: Mach's mit den gleichen Methoden flüssig wie hier.
00:08:57: Verbrauch genauso viel CO².
00:08:59: Erzeuge daraus einen Rad und importiere das dann in die EU fällt die Siebaumsteuer nicht an?
00:09:03: Und das ist natürlich etwas wo man schon sich fragen kann wo der Sinn der Veranstaltung ist.
00:09:09: Das ist ja eigentlich ein Schaden für die lokalen Produzenten, hilft den Rohmaterial-Lieferanten, den lokal Rohmaterialieferannten aber hilft nicht der weiterverarbeitenden Industrie.
00:09:18: Wie gesagt alles noch im Werden, aber das Gegenteil von Planungssicherheit ist dass ich nicht weiß wie es wird und da glaube dann muss die EU wirklich sehr zügig
00:09:28: nachbessern.".
00:09:34: Ich glaube schon, dass die Intention eigentlich gut gemeint war.
00:09:37: Aber als es so wie sie aktuell ausgeführt ist, das ist einfach kontrapolotiv und ich dachte da ist wirklich dringendst Handlungsbedarf von der EU-Seite nachzubessern.
00:09:46: Room for Improvement, wie Angel Sachsen sagen?
00:09:48: Genau!
00:09:50: Ok kommen wir zum nächsten Themenblock.
00:09:52: Das Sauerland ist ja ein etabliertes Industrieklaster im Automotive Bereich Und in einem Hochlohn- und Hochregulierungsumfeld, wie wir das hier erleben, wird Produktivität zur Überlebensfrage an der Stelle.
00:10:10: Wie definieren Sie Produktivitäten in Ihrem Unternehmen?
00:10:15: Gut!
00:10:15: Wir sind ein Unternehmen was fast in allen Werken XXVII arbeitet.
00:10:20: Das heißt, wir versuchen auch die Spezialegie-Sanlagen nicht runterzufahren im Wochenende sondern versuchen durchzufahren.
00:10:29: Das heisst, wir brauchen auch einen XXVIII Besatzung und das ist für uns extrem wichtig, dass wir qualifizierte, motivierte Mitarbeiter haben die diese Arbeit verrichten.
00:10:39: Da sind wir in unseren Standorten glaube ich sehr gut aufgestellt.
00:10:43: Die Produktivitäts-Benchmarks haben man natürlich einmal zwischen den Werken nicht nur ein Werk sondern mehrere Werke wo man sich untereinander vergleichen kann.
00:10:51: dann haben wir natürlich immer wieder unsere Zielkosten.
00:10:54: Kalkulation unserer Kunden wie sie ja wahrscheinlich aus ihrer Vergangenheit wissen Manchmal hilfreich nicht immer, sagen wir mal so.
00:11:02: Aber doch ab und zu mal ein Benchmark auch in Richtung Produktivität.
00:11:05: Und natürlich haben wir jedes Jahr Produktivitätsziele Steigerungsziele Denn wir haben Lohnkostensteigerungen jedes Jahr Wir haben Lohnehmkosten-Steigerung jedes Jahr, wir haben Diverse andere Kostensteigerung gegen die wir natürlich anarbeiten müssen.
00:11:18: Und im Wesentlichen messen wir unsere Mitarbeiterproduktivität In dem Output pro Mitarbeiter.
00:11:24: Das heißt wir haben bestimmte Zielkurse, die erlaut dazu viele Räder pro Mitarbeiter, pro Jahr und die müssen wir halt jedes Jahr um Wert x steigern.
00:11:32: Welche Rolle spielt eigentlich das Thema künstliche Intelligenz bei Ihnen?
00:11:35: Also vielleicht im Prozessdesign oder auch in der Qualitätssicherung?
00:11:39: Künstliche Intigenz haben wir an vielen Stellen mit begonnen unterschiedlichem Fortschritt.
00:11:43: Stadion würde ich mal sagen Ich würde mal unterscheiden zwischen den zwischen den Kaufmännischen Prozessen wo man künstlichen Intelligenzen natürlich nutzen kann Um Vertragsprüfungen durchzuführen zum Beispiel um Marktrecherchen durchzufühlen Um Einkaufsprozesse zu optimieren, in dem Bereich sind wir schon weiter fortgeschritten.
00:12:00: Im Bereich Produktion sind wir an vielen Stellen noch ein bisschen am Anfang aber auch da gerade was Prüfprozisse angeht Steuerungs- und Prüf Prozesse.
00:12:09: auch da sind wir unterwegs.
00:12:11: Und dann gibt es noch den Entwicklungsprozess.
00:12:13: Eigentlich würde ich denn die drei Bereiche klasstern und in allen drei Bereichen sind wir auch natürlich unterwegs.
00:12:18: Wie schwer ist es eigentlich da in diesem Bereich jetzt Mitarbeiter zu finden?
00:12:22: Die sich damit schon auskennen?
00:12:24: Ich weiß gar nicht, wir suchen jetzt nicht unbedingt Mitarbeiter die sich... ...die jetzt sehr viel Erfahrung im Bereich günstige Intelligenz haben.
00:12:31: Sondern es geht ja eigentlich darum, das sind ja Systeme, die wir anlernen.
00:12:35: Das heißt unser eigenes Know-how ist da entsprechend wichtig und wir haben natürlich ein paar Experten in dem Bereich günste Intelligenze.
00:12:43: aber im Wesentlichen ist das Basis noch auch unserer Mitarbeiter der Input für diese Systeme.
00:12:49: Sie sind ja international tätig können sie sich deshalb Nicht nur in diesem Land aus, sondern im Allgemeinen.
00:12:55: Ich weiß sie stehen für Innovationen, Forschung und Entwicklung.
00:12:59: Sie stehen für Nachhaltigkeit und auch für industrielle Neuausrichtungen.
00:13:06: Wo müssten europäische Industrieunternehmen besser werden um international konkurrenzfähig zu bleiben?
00:13:12: Ja gut mit unserer Kostensituation in Europa ist natürlich... Innovation für mich Priorität eins, also wir müssen einfach den anderen immer einen Schritt voraus sein.
00:13:22: Das war im Prinzip auch schon immer so und jetzt nachdem andere speziell in China nochmal mit ganz anderen Mitteln auch finanziellen Mittel unterwegs sind gilt das erst recht.
00:13:32: da müssen wir einfach sehr viel schneller werden.
00:13:35: Neben dem ganze Thema Kostenoptimierung und Produktivität aber dass wir es alleine nicht bringen.
00:13:40: ich glaube ohne wirklich Innovationen, Produkt- und Prozessinnovation werden wir auch sehr schwer tun.
00:13:45: Das ist einer der Schwerpunkte mit denen wir hier zurzeit unterwegs sind die wir sehr stark pushen, die auch zumindest mal einen Eindruck auf Kundenseite gut ankommen.
00:13:54: aber nichtsdestotrotz ist für mich das Hauptthema.
00:13:57: Sie haben gerade schon gesagt Mitarbeiter mit KI Kompetenz suchen sie jetzt nicht explizit.
00:14:01: wie sieht es denn sonst aus?
00:14:02: Mit den anderen Qualifikationen die sie brauchen Ist das aktuell leicht zu bekommen?
00:14:07: Wie sieht der Markt aus?
00:14:08: Haben sie Lücken?
00:14:09: oder
00:14:10: Also wir suchen immer wieder Mitarbeiter, wobei ich jetzt sagen muss der große Facharbeiter-Fachkräftemangel den verspüren wir jetzt eigentlich nicht unbedingt.
00:14:20: Zum einen hat sich ja der Arbeitsmarkt auch ein Stück weit wieder gedreht zum anderen haben wir doch viele Mitarbeiter die viele Jahre Jahrzehnte beim Unternehmen arbeiten oder noch oft die nächste Generationen sich dann doch wieder bei uns einfindet.
00:14:32: Ein Schwerpunkt ist natürlich das sind sehr hoch automatisiert und sonst wird es uns auch nicht mehr geben mit unseren Standorten.
00:14:39: Aber je höher sie automatisieren, desto mehr Fachkräfte brauchen wir natürlich speziell in dem Bereich.
00:14:43: Und das ist tatsächlich, da kann man doch immer wieder Baustellen sagen wie können die Automatisierung stärken?
00:14:49: Da suchen wir eigentlich schwerpunktmäßig immer wieder Mitarbeiter und natürlich bei den Kernprozessen wenn wir drei Kernprozessos eines gießen das andere ist Mechanischuhrarbeitung das anderes lackieren da suchen wir auch immer wieder Fachkräften.
00:15:01: aber es ist nicht so als wenn das jetzt aktuell das Hauptproblem wäre.
00:15:05: Würden Sie sagen, dass Ausbildung heute mehr eine strategische Notwendigkeit ist statt einer sozialen Verantwortung?
00:15:13: Ich denke es ist beides.
00:15:14: Also kriegt speziell von einem Ort wie wir hier im Sauerland sind.
00:15:17: Es ist sicherlich beides.
00:15:19: aber für uns wenn ich mal die mittlere Führungsebene bei uns durchgehe, wie viele Mitarbeiter davon auch bei unserer Ausbildung gemacht haben das ist einfach schon ein großer Prozentsatz.
00:15:30: Sie haben ja ein sehr breites Portfolio mit über zweihundert Designs, das ist richtig.
00:15:34: Aber gleichzeitig verändern sich auch die Anforderungen durch Elektrobobilität, Leichtbau-, Design-Trends permanent.
00:15:40: Wie schaffen sie das?
00:15:41: immer auszubalancieren zwischen Innovation und Bestand?
00:15:45: Das Bestandsgeschäft ist ja dass was alles trägt letztlich und da auch die Innovation finanzieren muss bei den Designs sind wir Wir haben ja ungefähr und neunzig prozenteres Geschäft, das ist OEM.
00:15:56: Fünf Prozent des Aftermarket Testen wir natürlich auch, dass mal neue Designs, neue Technologien selbst aus.
00:16:03: Ansonsten sind wir natürlich stark abhängig davon welche Designlinie die unsere Kunden nun gerade favorisieren.
00:16:09: Wir sind da immer wieder beraten tätig aber letztlich diese Seinentscheidungen welches Rad passt auf zu welchem Auto?
00:16:15: Welches Rad passst so welcher Design Linie in welchen Markt?
00:16:19: Die Entscheidungen treffen natürlich letzten unserer Kunden.
00:16:22: Ja vielen Dank, wenn wir mal den Blick auf die Primärzone von Metallen in Europa richten.
00:16:30: Ich weiß noch aus meiner Stahlzeit an den letzten fünfzehn Jahren sind hunderttausend Arbeitsplätze weggefallen.
00:16:38: das ist ja hauptsächlich durch den Wettbewerbsdruck aus China und den USA bedingt.
00:16:43: aber auch im Aluminium Bereich sind nicht unerhältliche Mengen abgebaut worden.
00:16:46: ich glaube in den letzten drei vier jahren über eine Million Tonnen Aluminum Primärproduktion in Europa.
00:16:54: Europa kann seinen Aluminiumbedarf nicht selbst decken, warum wird hier nicht stärker investiert?
00:17:02: aus ihrer Sicht heraus?
00:17:04: Ja, Aluminum ist ja wenn man die Mengenverteilung sieht vergleichbar mit vielen anderen Produkten.
00:17:10: Ich sage mal auf der Welt werden was zwischen seventy und fünfzehn Millionen Tonnen Aluminiums, primäre Aluminums Erzeugt.
00:17:17: davon sind zweiundvierzig Millionen Tonnen in China, also ein großer Anteil ist heute in China wie in vielen anderen Bereichen auch.
00:17:23: Wenn man mal dreißig Jahre zurück schaut hat der Rest der Welt auch irgendwie fünfdreißig Millionen tonnen produziert und da war fast noch nichts in China.
00:17:29: Das gesamte Wachstum ist letztlich aus dem Bereich gekommen Und der wesentliche Grund ist Aluminiumproduktion ist nochmal extrem energieintensiv.
00:17:37: für die Elektrolyse brauchen sie ja sehr viel Strom Und deshalb noch schlicht und ergreifend Europa zu teuer.
00:17:42: Also das ist neben den Investitionskosten, ich glaube auch für eine... Ich bin jetzt nicht der Experte für Primäraluminium Erzeugung und die Investationskosten im Weltverbund sind aber die sind sicherlich um ein Vielfaches höher als wenn ich halt ne neue Aluminiumhütte in China aufsetzen würde.
00:17:58: Deswegen gibt es halt seit Jahren keine neuen Investitionen in Europa.
00:18:01: Das wird immer mal wieder was runtergefahren.
00:18:04: Je nach Aluminumpreis aktuelle wieder extrem hoch wie sicherlich auch.
00:18:07: man hat das eine oder andere wieder hoch gefahren Aber neue Investitionen gibt es schon seit Jahrzehnte nicht mehr.
00:18:13: Und da ist letztlich auch, das sind die Rahmenbedingungen verantwortlich.
00:18:17: Glauben Sie dass die Politik hier etwas dran ändern könnte?
00:18:22: Ja aber ich glaube da muss man noch realistisch sein.
00:18:25: Ich glaub die Investitionsunterschiede und sie haben ja nicht nur einmal die Investition dann haben sie die Stromkosten und haben sich auch noch das Vormaterial was beschafft werden muss.
00:18:36: Bauxit gibt's doch mal in Europa nicht.
00:18:39: Ich glaube, da werden wir von einer gewissen Abhängigkeit von anderen nicht wegkommen.
00:18:42: Es ist nun mal in Kanada oder im arabischen Golf einfach günstiger Aluminium zu produzieren.
00:18:47: Also ich sehe jetzt die nächsten Jahre keine Millionen Tonne neue Kapazitäten in Europa entstehen.
00:18:54: Wir müssen uns darauf fokussieren das Thema Recycling noch mehr zu intensivieren dafür zu sorgen dass beim Thema Politik Schrote nicht aus der EU raus exportiert werden.
00:19:06: Ich glaube, das wäre ein Punkt wo es sich lohnt, einzugreifen.
00:19:10: Dass wir sicherlich eine Maße mit ihnen schon helfen würden kann ich mir gut vorstellen.
00:19:13: Ihr möcht noch mal zu Leadership und Haltung Kunden als Thema.
00:19:17: Führung zeigt sich besonders in schwierigen Phasen.
00:19:22: was ist ihre oder ihr innerer Kompass wenn Investitionen oder Standorte unter Druck stehen?
00:19:31: Ja, also vor allen Dingen Transparenz zu sein.
00:19:33: Also den Mitarbeitern nicht irgendwas zu erzählen was morgens in sich zusammenfällt.
00:19:37: ja mit der Betriebsreden.
00:19:39: ich glaube wir haben da einen engen Austausch mit dem Betriebesredenerstandorte sie jeweils auf Stand zu halten und was die Lage des Unternehmens angeht was die Auftragslage angeht, was die Kostensituation angeht.
00:19:50: Ich glaube das ist Priorität eins dass man immer sich offen austauschen kann dass wir natürlich auch mit der betriebsretend nicht mal einer Meinung sind versteht sich von selbst aber dass man einfach offen kommuniziert und die Lage so darstellt wie sie halt ist.
00:20:06: Dazu passt glaube ich auch die nächste Frage, gab es in den letzten Jahren eine oder mehrere Entscheidungen bei der Sie wussten oder bei denen Sie wusste dafür werde ich Gegenwind bekommen.
00:20:13: aber Sie haben sie denn noch getroffen?
00:20:15: Und was hat Ihnen da halt gegeben?
00:20:17: Ja gut, hier gibt's ja solche Entscheidungen, mehr oder weniger jeden Tag.
00:20:24: Also man kann ja nur das machen von dem er selber überzeugt ist und sich halt entsprechend beraten.
00:20:30: Aber die Entscheidung gegen oder für etwas gibt es ja, die fällt man vielleicht nicht in Dach aber wöchentlich.
00:20:38: Man liest auch nicht immer richtig und das will ich hier auch nicht behaupten.
00:20:41: Man gibt da auch bei Entscheidungen wo man nach drei Monaten später sagt um Gottes Willen hat so was mal anders gemacht.
00:20:46: Aber man kann ja nur aus der Perspektive gerade sieht, aus den Faktenlage die man gerade sieht und aus der Erwartungshaltung wie man die Dinge sieht entscheiden.
00:20:55: Ich kann sagen und dann aber auch transparent und offen wahrscheinlich mit diesem Fehlern umgeben, vermeintlichen Fehler.
00:20:59: Wann hat ja wieder was daraus gelernt?
00:21:02: Und ob
00:21:03: es dann überhaupt ein Fehler ist?
00:21:04: Danke für die offene oder ähnliche Antwort.
00:21:07: kommen wir noch mal zum Abschluss langsamer zu etwas Persönlichem Was gibt Ihnen Energie also Weiterverantwortung für Industrie Für Mittelstand und ja auch Standorten ganz viele Arbeitsplätze zu übernehmen?
00:21:18: Ja gut im Prinzip wenn Sie auf eine Betriebsversammlung gehen und schauen in die vielen Gesichter und sehen dahinter sind Familien, sind Angehörige die letztlich hier von Leben.
00:21:29: Das ist schon Motivation.
00:21:31: Ja
00:21:32: das ist Motivations genug genau ja sehr gut.
00:21:35: wenn Sie jungen Führungskräften in der Industrie einen Rat geben wollten könnten wie würde der lauten?
00:21:43: Vor allen Dingen jetzt nicht zu verzagt in die Zukunft zu schauen sondern ich meine jede Generation hat Baustellen gehabt und bin noch nicht ganz sechzig Wenn ich meine Eltern sehe, die aus der Nachkriegs-Situation gekommen sind.
00:21:58: Da gab es noch mal ganz andere Probleme.
00:22:01: Ich würde sagen, ihr sollt da einfach seine Zukunft selbst in die Hand nehmen.
00:22:05: Schön!
00:22:06: Vielen Dank.
00:22:07: Sehr schöne Abschluss.
00:22:08: Herzlichen Dank dass wir bei Ihnen sein durften für Ihre Zeit und diesen Einblick.
00:22:12: Ja nochmal.
00:22:12: Ich bin sehr gefreut, danke schön.
00:22:13: Ich auch,
00:22:14: vielen Dank.
00:22:15: Jörg auch vielen Dank und herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:22:18: Alle weiteren Infos stehen ja unten in den Shownotes Und wir freuen uns schon auf das nächste Mal.
00:22:22: Bis dahin alles Gute.
00:22:23: Tschüss.
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