#33 Nachfolge im Unternehmen: Vertrauen, Verantwortung und die eigene Handschrift – mit Verena Meier-Bund (REMSGOLD)

Shownotes

Verantwortung kann man nicht vererben – man muss sie sich erarbeiten. In dieser Folge sprechen Jessica Sander und Dominic Späth mit Verena Meier-Bund, Geschäftsführerin bei REMSGOLD Chemie, einem familiengeführten Anbieter von Reinigungs- und Hygienelösungen.

Rund um die Nachfolge im Familienunternehmen geht es um Fragen, die viele kennen, aber wenige offen aussprechen: Wann zählt das eigene Wort wirklich? Wie entsteht Vertrauen bei Mitarbeitenden, Kunden und Partnern? Und wie schafft man es, die eigene Handschrift sichtbar zu machen, ohne die DNA des Unternehmens zu verlieren?

Darüber sprechen wir in der Folge:

warum ein Titel allein noch keine Führungskraft macht

wie eine langsame Übergabe Druck rausnimmt und Stabilität schafft

welche Rolle klare Kommunikation in der Unternehmerfamilie spielt

wie man Modernisierung (Digitalisierung/KI) mit Verlässlichkeit zusammenbringt

Führung in einer Lebensphase, in der privat plötzlich ein ganz neuer Rhythmus beginnt

REMSGOLD steht seit 1962 für Hygienelösungen – und genau dieser Langfrist-Blick ist auch beim Thema Nachfolge entscheidend: in Generationen denken, aber im Alltag liefern.

Gast: Verena Meier-Bund (REMSGOLD Chemie)

🔗 LinkedIn (Verena Meier-Bund): https://www.linkedin.com/in/verena-meier-bund-539409216/?originalSubdomain=de

🔗 REMSGOLD (Impressum): https://www.remsgold.de/impressum

🔗 Mehr über Dominic Späth:

Website: https://spaeth-partners.com/

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/dominic-sp%C3%A4th/?originalSubdomain=de

🔗 Mehr über Jessica Sander:

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/jessica-sander-48133170/

Website: https://www.mobilpodcast.de/

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich denke, Nachfolger ist nicht dadurch, dass man in eine bestimmte Familie hineingeboren wurde.

00:00:05: Sondern indem auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter und Kunden übernimmt.

00:00:15: Willkommen zu Headhunter Insights!

00:00:17: In diesem Podcast dreht sich alles um Leadership, die den Unterschied macht.

00:00:22: Freuen Sie sich auf Insights eines Headhunters und spannende Gäste, die exklusive Einblicke aus den Chefetagen deutscher Unternehmen mitbringen.

00:00:31: Das

00:00:31: ist Headhunter Insights.

00:00:36: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Headhunder Insights!

00:00:40: Ich bin Jessica Sander und ich freue mich sehr zusammen mit Dominik spät durch die Folge zu führen, hallo Dominik?

00:00:45: Hallo Jessica

00:00:46: Und heute sprechen wir über eine Form von Verantwortung, die man nicht einfach erbt.

00:00:50: Sondern jeden Tag neu beweisen muss – Nachfolge im Familienunternehmen.

00:00:55: Unser Gast ist Geschäftsführerin bei Remskoll Chemie, einem familiengeführten Unternehmen das seit nineteenhundertsechzig Reinigungs- und Hygienelösung entwickelt und produziert Und bevor sie ins Familienunternehmen eingestiegen ist, war sie in der Unternehmensberatung mit Schwerpunkt, Restrukturierung und später im Strategiebereich bei Webasto tätig.

00:01:14: Und rund um den siebzigsten Geburtstag ihres Vaters wurde die Nachfolge dann ganz konkret.

00:01:19: Und statt eines harten Schnittes hat die Familie sich bewusst Zeit genommen.

00:01:23: Sie ist Schritt für Schritt in die Verantwortung hineingewachsen und führt heute gemeinsam mit ihrer Familie – und zwar in einerzeit in der wirtschaftliche Lage- und Veränderungsdruck vieles anspruchsvoller machen!

00:01:34: darüber, was in einer Übergabe wirklich zählt.

00:01:37: Wie man Vertrauen von ja bei Mitarbeitenden Kunden und Partnern aufbaut und wie Verantwortung auch dann gelingt wenn sich das Leben außerhalb des Unternehmens gerade neu sortiert denn sie ist vor kurzem Mutter geworden.

00:01:48: herzlichen Glückwunsch noch dafür!

00:01:50: Und wie schön dass wir uns heute hier online treffen.

00:01:53: herzlich willkommen liebe Verena Meier-Bund.

00:01:55: hallo

00:01:56: Vielen Dank für die Einladung Frau Sander und Herr Spädt und ich freue mich heute mit ihnen auch die Podcast Folge

00:02:01: sehr schön.

00:02:02: es kann nicht nur zurückgeben Frau Meier-Bund, wir starten zum Einstieg mit unserer lieb gewonnenen Frage.

00:02:08: Was beschäftigt Sie derzeit am meisten?

00:02:11: Zum einen beruflich und wenn sie mögen gerne auch privat.

00:02:15: Ja!

00:02:16: Beruflich beschäftigt mich gerade die Situation in Deutschland.

00:02:19: Wir haben hier jetzt vor allem in der Chemieindustrie sehr komplexe Genehmigungsverfahren.

00:02:25: Die Standortattraktivität geht in Deutschland verloren durch die EU-Gesetzgebung Und gleichzeitig muss ich sagen sehe ich aber auch enormes Potenzial bei uns im Bereich der Nachhaltigkeit.

00:02:36: Wir haben im letzten Jahr mit der energetischen Transformation begonnen, das heißt wir haben uns in dem Bereich Photovoltaik sehr stark weiterentwickelt aber auch hier intern.

00:02:45: Wir fördern die Forschung und Entwicklung und suchen auch neue Absatzwege im Ausland und unser Fokus ist nach wie vor auf Wachstum ausgelegt.

00:02:54: Privat hat sich bei uns letztem Jahr auch einiges getan.

00:02:57: Wir sind Eltern geworden und haben seit August den kleinen Julius dabei Und von dem her geht es da eben auch das berufliche und das private miteinander zu verknüpfen.

00:03:09: Warnende Zeit, ich erinnere mich noch bei mir, dass es achtzehn Jahre letztlich geblieben ist.

00:03:15: Also ich glaube ich weiß, dass sich das Leben komplett verändert und dann zum anderen muss man oder ist es ja einem auch wichtig, beruflich dann auch erfolgreich zu sein?

00:03:24: Das ist ein spannender Spagat den Sie da im Moment haben!

00:03:28: Genau.

00:03:28: Wenn wir ein bisschen pürzer fassen, was waren so die letzten Wochen?

00:03:33: Die größten Herausforderungen und worauf sind Sie besonders stolz?

00:03:38: Ja trotz der schwierigen Marktbedingungen gerade sind wir auch im letzten Jahr gewachsen und da bin ich vor allem auf unser Team sehr stolz dass wir uns aufeinander verlassen können und das man mit dem Team gemeinsam echt viel erreichen und etwas reisen kann.

00:03:53: Ich

00:03:53: würde gerne mal einen Schritt noch weiter zurückgehen, und zwar auf dem Moment der Entscheidung.

00:03:59: Sie haben es ja schon angedeutet oder wir haben das ja schon gesagt rund um den siebzigsten Geburtstag ihres Vaters wurde das Thema Nachfolge wirklich sehr konkret und nehmen Sie uns gerne einmal mit in diesen Moment.

00:04:09: wie kam dieses Gespräch zustande?

00:04:11: Und war's eher so ein offenes Angebot oder jetzt müssen wir entscheiden.

00:04:16: Es war eigentlich nicht dieses eine Gespräch über die Jahre schon immer wieder mal ergeben, dass man über das Thema Nachfolgespricht.

00:04:24: Beim siebzigsten Geburtstag stand eben die Frage dann konkret im Raum weil mein Vater einfach wissen musste wie geht es im Unternehmen weiter?

00:04:30: soll das Unternehmen weiterhin in der Familie geführt werden?

00:04:33: soll es verkauft werden?

00:04:35: und da ist das Ganze dann eigentlich nochmal konkreter geworden und wir haben dann auch in mehreren Gesprächen in der ganzen Familie also ich habe noch eine Schwester die jetzt auch im Unternehmen auch da drüber gesprochen und ich war zu dem Zeitpunkt achtundzwanzig.

00:04:50: Und von daher war die Entscheidung ja schon eine relativ große, weil sie ja auch über das ganze Leben von einem selber einfach entscheidet.

00:04:59: Von dem her sind wir erst mal locker ins Gespräch gegangen und mit der Zeit hat sich es dann einfach auch Schritt für Schritt konkretisiert.

00:05:07: Sie waren ja damals, also bevor sie ins Unternehmen gegangen sind in der Beratung.

00:05:11: Ich habe den Weg anders drum gemacht.

00:05:12: ich komme aus der Industrie bin dann in die Beratungen gegangen aber es war grundsätzlich zufrieden mit dem Weg in die beratung.

00:05:20: Haben sie das dann einfach auch länger schon im Hinterkopf gehabt?

00:05:23: Ins Persönliche ins private oder ins eigen unternehmen zu gehen?

00:05:27: War die Beraterung da ein Stück weit Sprungbrett dass man dann eben einen breiten Blick auch im Familienunternehmen hat.

00:05:35: Wie ist es dabei eben gewesen?

00:05:37: Genau.

00:05:38: Sie hatten es ja vorhin schon mal angedeutet in ihrer Einführung, ich habe davor bei Webasto in der Strategieabteilung gearbeitet und der Job in München hat mir sehr gut gefallen und gleichzeitig bestand auch die Möglichkeit ins Familienunternehmen einzusteigen.

00:05:53: Von klein auf hat man selber schon gesehen wie läuft das ab.

00:05:56: also das Thema Firma war immer präsent ob es jetzt am Küchentisch war oder auch sonst.

00:06:01: Man hat einfach viel sich über Unternehmen ausgetauscht und damit war eben auch für einen selber schon klar, welche Verantwortung damit verbunden ist ein Unternehmen zu führen.

00:06:12: Und der Einstieg das war keine leichte Entscheidung für Jahres sondern im Endeffekt man möchte ja selbst auch in dem Unternehmen dann in Rente gehen.

00:06:20: also es ist eine Lebensentscheidung für einen selber und mit meinem Vater oder bisher gesagt mit meinen Eltern hatten wir dann vereinbart dass wir es ein halbes Jahr miteinander versuchen weil das eine ist eben zusammen zu wohnen oder besser gesagt, sich auch im privaten Gut zu verstehen und das andere ist eben auch zusammenzuarbeiten.

00:06:39: Und wenn es dann für beide Seiten passt, dann wollten wir die Entscheidung treffen.

00:06:43: Es hat sich schon relativ schnell gezeigt dass es passt, dass wir gut miteinander arbeiten können.

00:06:48: Mir hat die Tätigkeit sehr viel Spaß gemacht.

00:06:51: von dem her hat es gar kein halbes Jahr gebraucht sondern die Entscheidung war nach einigen Monaten getroffen, dass ich das machen möchte und dass ich es unternehmen übernehmen möchte.

00:07:00: Aber wie sympathisch, dass sie sich sozusagen beide gegenseitig erst mal dieses halbe Jahr gegeben haben um zu schauen.

00:07:05: Passt das mit uns miteinander finde ich sehr schön!

00:07:07: Genau und dann haben Sie ja erstmal wirklich zusammengearbeitet?

00:07:09: Wie sah denn das ganz konkret aus an der Seite Ihres Vaters noch am Anfang?

00:07:14: Ich habe am Anfang also ich bin nicht gleich in die Geschäftsführung gekommen sondern ich hab verschiedene Projekte begleitet.

00:07:19: Das heißt ich war mit meinem Vater zusammen bei Kunden oder Lieferanten besuchen.

00:07:24: Ich habe zuerst mal eigene Mitarbeiter bekommen und bin dann in die Verantwortung nach und nach reingewachsen.

00:07:30: Es war ein sehr softer Einstieg, aber ich glaube es war auch für alle Seiten gut, weil man selber steht nicht gleich von Anfang an so sehr unter Druck.

00:07:38: Und auf der anderen Seite muss man sich zwar noch nicht ganz groß beweisen, aber schon einmal in einzelnen Projekten.

00:07:44: Ich fand es spannend, als Sie jetzt eben beschrieben haben.

00:07:48: Man wird ja quasi in so eine Unternehmerrolle reingeboren weil wenn die Eltern Unternehmer sind und Unternehmen haben dann ist es immer omnipräsent.

00:07:56: samstags Sonntag und abends morgens geht das schon sehr stark auch ums Unternehmen.

00:08:02: Wann war für Sie denn der Punkt, wo Sie gemerkt haben?

00:08:05: Das ist mein Weg.

00:08:06: Das will ich werden oder da will das es schon mich ganz klar, dass ich in die Fußstapfen drehe.

00:08:12: Sie haben vorhin drüber gesprochen und man hat ja immer auch die Möglichkeit es zu verkaufen.

00:08:16: Gab's dann einzelner Moment oder war es eine Reihe kleiner Momente?

00:08:21: Und wenn sie eines Szene aus der Entscheidung erzählen müssten, welche wäre das?

00:08:27: Also es gab eigentlich keinen konkreten Zeitpunkt sondern es hat sich so mit der Zeit ergeben durch die gute Zusammenarbeit mit meinem Papa und dann natürlich auch die Unterstützung der Mitarbeiter.

00:08:37: Also, man wird ja nicht gleich in die Rolle reingeboren und man muss sich ja auch durch viele kleine Schritte einfach beweisen und Verantwortung übernehmen und es auch lernen, Verantwortung zu übernehmen, zu kommunizieren, die Mitarbeiter zu führen.

00:08:50: Und ich denke mal das sind ja auch wirklich Jahre wo man lernt.

00:08:54: Und das hat bis heute eigentlich nicht aufgehört, also es gibt auch heute noch Sachen die ich zum ersten Mal mache obwohl ich jetzt seit neun Jahren im Unternehmen bin und von dem her ist mir dann auch froh dass man Menschen um sich herum hat, die einen auch auf diesem Weg begleiten.

00:09:09: Ja, das ist ja auch ein Privileg wenn man so Vater und Tochter oder Vater und Kinder wirklich dann in einer gewissen Harmonie, es gab sicher auch die einen oder anderen Punkte, wo man sich mal gerieben hat, ist da schon auch ein großes... Privileg, was hat Ihnen aber bei der Übergabe am meisten geholfen?

00:09:27: War das vielleicht der Papa, der dann da war und der sie da begleitet hat.

00:09:31: Sie haben vorhin von Mitarbeiter gesprochen.

00:09:33: Für mich ist es einfach mal ganz spannend, was war da der Punkt, was ihn am meisten gerufen hat?

00:09:39: Und ich kenne es ja aus vielen Unternehmen – es ist immer ganz schwierig wenn dann der Papa noch zu präsent ist.

00:09:44: Aber wie haben Sie es gestaltet und was war für Sie da am besten?

00:09:48: Also für uns war es sehr gut, dass wir eine sehr langsame Übergabe gemacht haben und auch für die Mitarbeiter, dass sie sich einfach an neue Führungsstrukturen bzw.

00:09:56: eine Neuführung gewöhnen können.

00:09:59: Es gibt ja viele Entscheidungen, die trifft man zum ersten Mal und ich war sehr froh, dass mein Papa dann immer da war und ich ihn auch in Unterstützung fragen konnte.

00:10:08: Und dadurch, dass ich jetzt auch die ersten zwei Jahre noch nicht in der Geschäftsführung war, hatte ich Zeit, in unterschiedliche Aufgabenbereiche einzuarbeiten.

00:10:18: Große Herausforderungen gab es zum Glück jetzt bei uns in der Familie nicht.

00:10:21: Die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert und mein Papa, der hat mir da auch sehr viele Freiheiten gelassen meinen eigenen Weg zu gehen und auch eigene Erfahrungen zu machen und dafür bin ich ihm wirklich sehr dankbar.

00:10:33: Ich glaube das muss aber jede Familie für sich so ein Stück weit auch selber entscheiden was da der richtige Weg ist.

00:10:38: also ich glaube da gibt's jetzt nicht nur den einen Weg weil manchen läuft es denke ich mal ganz gut wenn man sagt, man setzt sich ein Datum und ich sage es mal nach zwei Jahren macht man die Übergabe.

00:10:49: Und bei anderen funktioniert der Fliesen der Übergang viel besser.

00:10:52: also da muss wahrscheinlich auch jede Familie so ihren eigenen Weg dafür finden.

00:10:57: Wann war dann für Sie eigentlich dieser Punkt wo sie wussten okay jetzt geht's um mein Wort?

00:11:01: Jetzt zählt das was Ich sage jetzt bin ich sozusagen oder sitze ich am Hebel.

00:11:05: War das wirklich einen Tag X Oder war das dann doch so'n Prozess?

00:11:10: Dadurch, dass wir am Anfang beide gemeinsam in der Geschäftsführung waren hatte ich sozusagen immer noch so ein Stück Backup.

00:11:17: Aber natürlich bei der Ernennung als Geschäftsführer das war schon ein großer Moment und ein großer Tag für mich weil man jetzt einfach weiß, dass die Verantwortung auf einem lagert und ja... Ich glaube sowohl für mein Vater also auch für mich war das in beider Hinsicht einfach ein sehr wichtiger Schritt Und trotz allem muss ich sagen er arbeitet sich die Achtung und Vertrauen über die Zeit Und wenn man sich in Themenstärke eingearbeitet hat und auch eben Entscheidungen trifft, dann wächst man ja auch Schritt für Schritt in die Geschäftsführerrolle rein.

00:11:48: Ja das ist auch die Persönlichkeit wichtig, dass man da wirklich mit den Menschen ordentlich umgeht, die abholt und die merken, dass nach dem Vater vielleicht das eine oder andere anders ist aber das sicher die Familie nach wie vor da ist und eben auch langfristig denkt.

00:12:03: ich denke es ist ein wesentlicher Faktor.

00:12:06: Viele sprechen auch von Nachfolge und Übergabe über Titelanteile, aber ich denke die eigentliche Frage ist doch wann vertrauen einen die anderen wirklich?

00:12:15: Also die Anderen meine natürlich Kunden Mitarbeiter Führungskräfte im eigenen Unternehmen.

00:12:21: Und ich denke da ist es auch ist man gut beraten wenn man sich da die nöde gezeiten nimmt.

00:12:26: Genau ja so sehe ich's eigentlich auch.

00:12:28: also alleine mit einem neuen Titel ist noch keine Führungskraft und das ist auch noch kein Vertrauen aufgebaut.

00:12:35: gerade in einer Geschäftsführung oder im Nachfolgeprozess muss man sich auch jeden Tag aufs Neue beweisen.

00:12:40: Man versucht zu unterstützen für die Menschen da zu sein und Entscheidungen dann zu treffen, die zum Wohle des Unternehmens sind um eben auch das große Ziel zu haben Arbeitsplätze langfristig zu erhalten und zu schützen.

00:12:55: Genau das ist ja das was Familienunternehmen oftmals ausmacht dass sie eben langfristigen und auch in Generation denken Wie Mutarbeiter ganz stark bei so einem Wechsel von, ich sag mal, von zehn Jahren auf jeden Jahr einfach auch spüren.

00:13:11: Was natürlich in dem Familienunternehmen ganz normal ist.

00:13:13: viele Mitarbeitende die kennen sie ja wirklich schon von ganz früh manche wahrscheinlich noch als ihr Kind waren wie war das für Sie?

00:13:20: hilft das weil viel Nähe da ist oder es ist auch eher eine Hörde weil man sozusagen erstmal diese Rolle natürlich reinkommen muss und weil er halt Viele einen immer noch so sehen als die Tochter von, als das Kind, als die Jugendliche, die dann in meinem Unternehmen war.

00:13:32: Wie sind Sie damit umgegangen?

00:13:34: Ja also wie sie gerade schon angedeutet haben wir sind auch ein Teil hier im Unternehmen mit groß geworden.

00:13:40: Meine Schwester und ich, wir haben beide schon als Kinder von klein auf in den Ferien in der Produktion mit gearbeitet.

00:13:45: Wir waren häufig im Unternehmen dabei.

00:13:47: Also ob es jetzt bei fünf Veranstaltungen waren oder wenn's auch mal ein Grillfest mit den Mitarbeitern gegeben hat Und von dem her hat man die meisten Mitarbeiter einfach schon vor dem Einstieg gekannt.

00:13:58: Gut war, dass wir beide zum Studium und für die ersten Jobs in anderen Unternehmen waren bzw auch in anderen Städten gewohnt haben und dadurch war eben auch die Distanz hier zum Heimatort über einen gewissen Zeitraum nicht so stark gegeben und beim Start hat sich dann relativ schnell auch die neue Rolle gefunden allein durch die Themen, die man dann eben bearbeitet.

00:14:19: also das hat eigentlich ganz gut geklappt.

00:14:22: Aber gab es ein Gespräch, wo Mitarbeiter zu Ihnen gekommen sind und gesagt haben, ich sehe dich ja noch eigentlich wie du als Siebenjährige hier durch die Hallen gelaufen bist?

00:14:30: Ja das gab sicherlich auch.

00:14:32: Auf der einen Seite ist es auch schön dass man zu vielen dann trotzdem schon eine langjährige Verbindung hatte obwohl man eben erst sehr kurz im Unternehmen war also als wirkliche Mitarbeiter Und auf der anderen Seite mussten sich natürlich auch seine Lobhörn verdienen Auch bei Langgedienten Mitarbeitern die schon da waren.

00:14:51: Das hat eigentlich soweit ganz gut funktioniert.

00:14:54: Also mich interessiert man ganz besonders, was war so Ihre erste Entscheidung?

00:14:58: Die dann auch wirklich, ich sag mal so hundert Prozent bei Ihnen lag?

00:15:02: und wie haben die anderen da reagiert?

00:15:05: Gab's das einen Moment in dem sie dachten okay wo Sie dachten jetzt bin ich wirklich in der Verantwortung Jetzt ist es meine Entscheidung Und ich muss auch mit den Konsequenzen positiver oder negativer Art auch leben.

00:15:17: Ja Große Entscheidungen treffen wir generell eigentlich immer im Führungsteam, weil sowohl jetzt meine Vater sehr wichtig war aber auch mir wichtig ist dass wir für bestimmte Themen unterschiedliche Blickwinkel oder Blickrichtungen betrachten können.

00:15:31: Und die hat man meistens nicht alleine sondern die kommen in anderen Bereiche zustande und deswegen ist es uns eben wichtig bei großen Entscheidungen mehrere Leute oder Mitarbeiter einfach auf die Entscheidung gucken können und ihren Beitrag dazu eben auch leisten.

00:15:47: Es ist endlich direkt man dann aber trotzdem die Verantwortung für die Entscheidung, ob das jetzt in finanzieller Art ist oder auch in der Richtung, in der man das Unternehmen weiterentwickeln will oder wie man eben Ressourcen einsetzt?

00:15:59: Woran merken Sie eigentlich heute, dass dieses Vertrauen da ist?

00:16:02: Was sie jetzt schon in diesen vielen Jahren auch aufgebaut haben.

00:16:06: Sind das so kleine Dinge im Alltag?

00:16:07: oder also woran merkt ihr es ganz persönlich?

00:16:11: Ja ich denke Vertrauenschaftssicherheit und das entsteht auch wenn man klare Verantwortlichkeiten hat.

00:16:17: Ich glaube die sind eher so kleinere Zeichen Wenn zum Beispiel Mitarbeiter ehrliches Feedback geben Oder wenn sie proaktive Ideen einbringen oder auch das Team mit unterstützen.

00:16:28: Das sind viele Sachen dass die Sicherheit da ist und eben auch das Vertrauen gegenüber der Familie.

00:16:34: Und ich glaube, das sind zum Beispiel solche Zeichen dann natürlich auch bei Kunden, dass sie über Jahre hinweg bei uns im Unternehmen Ware beziehen, dass Sie auf pünktliche Lieferungen eine konsistente Qualität setzen und in der Richtung auf uns vertrauen.

00:16:52: Sehr schön!

00:16:52: Was ich auch im Vorgespräch gesagt habe, was ich auch sehr sympathisch finde.

00:16:56: Natürlich dass Sie gesagt haben es ist schön die eigene Handschrift zu lesen also.

00:17:00: Was ist denn Ihre Handschriff ganz konkret?

00:17:03: Was haben sie verändert und was sollte aber bewusst bleiben weil es einfach zur DNA gehört?

00:17:08: Ja wir sind ja ein Familienunternehmen das hab' ich ja schon am Anfang erwähnt Und schon meinen Eltern war's sehr wichtig dass wir die Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern haben Dass wir verlässlich miteinander umgehen und das Thema Ehrlichkeit ist uns auch sehr wichtig.

00:17:23: Und diese Werte, die wollen auch meine Schwester und ich weiterführen.

00:17:26: Natürlich gehen wir manche Wege auch wieder neu.

00:17:29: also wo wir uns neu aufstellen zum Beispiel im Bereich Digitalisierung Einsatz von KI da müssen wir oder wollen wir auch neue Wege gehen um am Zahn der Zeit zu bleiben.

00:17:40: aber im Großen und Ganzen möchten wir die Fußstapfen die unsere Eltern hinterlassen haben auch von den Werten herbei behalten.

00:17:49: Das finde ich ein spannendes Thema.

00:17:50: Sie haben gerade KI erwähnt und Verlässlichkeit oder wie sagen wir die traditionellen Werte, die ihr Unternehmen einfach schon über Jahre hat.

00:17:58: Wie halten Sie die Balance zwischen dem Thema Modernisierung, also Digitalisierung KI und den Werten, die Ihr Unternehmen einfach seit Jahren hat?

00:18:09: Also ich denke, Modernisierung und Ver lässlichkeit arbeiten nicht unbedingt gegeneinander sondern sie stärken sich eigentlich Digitalisierung und KI, die nutzen wir um Prozesse zum Beispiel zu vereinfachen und transparenter zu arbeiten.

00:18:24: Und gleichzeitig bewahren wir aber auch stabile Routinen damit Verlässlichkeit nicht unter einem digitalen Druck leidet.

00:18:33: Dann würde ich gerne nochmal auf Ihre Schwester zu sprechen kommen.

00:18:36: Sie haben es ja schon gesagt sie ist auch seit Oder auch mit Verantwortung in einem zweiten Unternehmen.

00:18:44: Was verändert das in der Familie und in der Führung, wenn jetzt sozusagen die Schwester mit am Wort ist?

00:18:48: Jetzt ja auch schon ein paar Jahre.

00:18:49: aber wie hat sich das verändert?

00:18:51: Ja vielleicht noch mal ganz kurz zum Einstieg meine Mutter ist auch mit dem Unternehmen sie ist in der Personalabteilung tätig Und am Anfang waren wir dann wie gesagt zu dritt Mit jeder weiteren Person die eben hinzukommt.

00:19:03: und es war mit dem Einstiege von meiner Schwester wird Transparenz wichtiger Und wir haben dann begonnen, uns alle zwei Wochen in der Familie zu treffen.

00:19:11: Also eine Meeting-Routine einzuführen und über wesentliche Themen zur Unternehmensentwicklung zum Personal oder auch wie wir manche Sachen kommunizieren wollen zu sprechen.

00:19:20: Das ist für uns sehr wichtig weil wir nach außen hin mit einer Stimme sprechen wollen und können.

00:19:26: Ich bin froh dass meine Schwester im Unternehmen ist und wir uns eben auf diese Art und Weise sehr gut austauschen können.

00:19:32: Wir

00:19:32: haben ja schon ein gutes Beispiel gemacht, dass sie quasi in der Familie sich regelmäßig austauschern.

00:19:37: Gibt es außerdem Thema, da Sie mit einer Stimme nach Außen sprechen feste Spielregeln in der Familien?

00:19:43: Wo Sie dann sagen okay das ist das was uns dann zum Beispiel zu einer einheitlichen Stimme bringt.

00:19:48: oder auch in anderen Bereichen?

00:19:51: Ja ich glaube gerade Kommunikation ist alles A und O. also es darf sich nichts aufstauen oder sollte auch nicht unter den Teppich gekehrt werden Weil wenn man als Familie zu stritten ist, dann funktioniert das Unternehmen nicht.

00:20:02: Also die Mitarbeiter merken es relativ schnell und dann wird da ganz schnell ein Keil reingetrieben und ja... Das tut dem Unternehmen intern einfach nicht gut!

00:20:12: Das heißt jetzt aber nicht dass wir zu allem immer der gleichen Meinungs sind.

00:20:14: Wir wägen die Argumente ab und das beste Argument ist Gewindern auch.

00:20:20: Und es bedeutet aber auch, dass man von allen Seiten auch transparent.

00:20:24: auf der einen Seite sein muss.

00:20:25: Aber auch die nötige Toleranz mitbringt weiß und funktioniert das nicht.

00:20:29: Man kann auch nicht immer nur den Kopf durchsetzen sondern jeder muss einfach auch mal gewinnen können.

00:20:34: Von dem her ist es wichtig, dass sich an ein Tisch setzt und alles zusammen bespricht.

00:20:42: Vor allem ist es wichtig, dass wir den Fokus nicht aus dem Auge verliert, dass uns Unternehmen geht und dass ein Unternehmen gut tun muss.

00:20:50: Wie zu sagen, Kopf durchsetzen ist nicht wirklich wichtig sondern die beste Lösung fürs Unternehmen zu erarbeiten und die dann eben umzusetzen.

00:20:58: Ja

00:21:00: ich würde gerne noch mal auf ein sehr schönes Thema zu sprechen kommen.

00:21:02: wir haben es ja auch schon angedeutet Sie sind vor kurzem ja Mutter geworden aber mich würde natürlich interessieren wie sie jetzt sozusagen das alles organisieren wie sich ihre Arbeitsweise verändert hat und wie sie es auch schaffen wirklich in ihrer Rolle den Fokus zu halten?

00:21:15: Ich bin Vormittags im Unternehmen und habe da eine Betreuung für unseren Sohn Und abends wenn er im Bett ist, da arbeite ich dann nochmal aus dem Hobberfüß weiter.

00:21:24: Ja das ist für uns eigentlich so eine ganz gute Routine geworden.

00:21:27: dadurch dass man eben auch das berufliche gut mit den Privaten verbinden kann und dadurch dass ich jetzt eben weniger vor Ort bin habe ich gelernt mich noch stärker zu fokussieren und Dinge einfach besser zu delegieren die ich früher vielleicht selber übernommen hab.

00:21:43: Also, ihr Sohn hat noch geholfen mehr Disziplin zu bekommen.

00:21:46: Genau!

00:21:48: Wenn wir sagen jetzt ist es mit Kindern immer noch mehr richtige Disziplinen zu haben weil sonst hat man einen kompletten Fokus genau.

00:21:56: Ja manchmal denkt man das geht nicht aber es geht eigentlich relativ gut.

00:22:01: Und da bedarf's dann klarer Leitblanken.

00:22:05: Frau Maria Grund, bevor wir zum Schluss kommen würde ich gerne mit Ihnen noch mal ein Stück weit nach vorne schauen.

00:22:11: Wenn Sie so die nächsten zwölf bis vierundzwanzig Monate sehen – wir haben schon über vieles gesprochen aber es interessiert mich dennoch – was sind die wichtigsten Ziele für Remsgold und woran wollen Sie konkret weiterbauen?

00:22:25: Ja, wir sind mit Remsgold auf Wachstumskurs und wir wollen es wohl im Inland als auch im Ausland weiter expandieren.

00:22:33: Ich hatte es am Anfang schon mal mit angedeutet.

00:22:34: Das wirtschaftliche Umfeld ist momentan sicherlich in Deutschland nicht ganz einfach, aber wir haben eine gute Mannschaft und sind vor allem im Bereich Nachhaltigkeit bzw auch mit unseren nachhaltigen Produkten sehr gut aufgestellt und bieten einen tollen Service Und ich denke daraus lässt sich für die Zukunft wirklich was Tolles gestalten.

00:22:54: Definitiv das glaube ich auch.

00:22:55: Was mich aber noch mal interessieren würde, weil wir das große Thema der Nachfolge haben und wie man Vertrauen ja nicht weitervererben kann.

00:23:01: Vielleicht können Sie den Hörer nochmal sagen was beim Thema Nachfolger am häufigsten falsch verstanden wird?

00:23:07: Welche Illusionen sich da vielleicht hartnäckig halten und was wirklich Realität ist?

00:23:12: Ja ich denke nachfolger ist nur nicht dadurch dass man in eine bestimmte Familie hineingeboren wurde sondern indem man eben auch die Verantwortung für seine Mitarbeiter komplettes Umfeld übernimmt.

00:23:27: Man ist in vielen Dingen aber auch auf der anderen Seite die letzte Eskalations-Ebene, das heißt man muss auch bereit sein Entscheidungen zu treffen, die vielleicht einem einzelnen Mitarbeiter oder einem Menschen in seinem Umfeld nicht immer passen, aber für die man dann trotzdem stehen muss weil es fürs Unternehmen in dem Fall einfach der beste Schritt oder die beste Option ist.

00:23:48: und dafür sollte man natürlich auch viel Freude an der Arbeit und Herzblut für die Aufgabe mitbringen.

00:23:53: Das spürt

00:23:54: man bei Ihnen!

00:23:55: Definitiv.

00:23:56: Danke schön!

00:23:57: Bei

00:23:57: uns hören viele junge Führungskräfte zu, die eben auch unseren Podcast abonniert haben.

00:24:03: Die gerade vor wichtigen Entscheidungen stehen oder vielleicht auch wie Sie es kennen vor einem Rollen wechseln?

00:24:09: Was hat ihm damals am meisten geholfen wirklich in die Verantwortung hineinzuwachsen?

00:24:14: oder was ich persönlich noch viel wichtiger finde?

00:24:16: Welchen Tipp würden sie jemand geben der gerade genau an so einen Punkt steht?

00:24:23: Ja, wichtig finde ich einfach den offenen Austausch in der Familie.

00:24:26: Das heißt man sollte sich alles sagen können aber es darf auch nie verletzend sein wenn man jetzt gerade im Austausche mit seinen Eltern ist aber auch mit Geschwistern die potenziell vielleicht auch nur im Unternehmen dabei sind.

00:24:39: von der übergebenen Generation würde man sich wünschen dass sie der jüngeren generation die nötigen Freiräume lässt manches ausprobieren und Es wird auch nicht immer gleich Alles in Erfolg sein.

00:24:50: Man muss auch manchmal einen Misserfolg haben, damit man eben einfach auch daraus lernen kann.

00:24:56: Und gleichzeitig sollten die Jüngeren aber auch den nötigen Respekt für das Lebenswerk von der älteren Generation mitbringen und das erfordert Toleranz auf beiden Seiten.

00:25:06: bei uns war es natürlich gut dass wir so eine lange Übergabe machen konnten Aber wie ich schon gesagt habe Ich glaube Das ist auch von Fall zu fall verschieden.

00:25:15: Vielen vielen

00:25:16: Dank.

00:25:18: Wie Sie

00:25:18: gesagt haben, man spürt das Herzblut diese Freude.

00:25:21: Ein sehr sympathisches Gespräch – sehr authentisch!

00:25:24: Vielen Dank dafür.

00:25:25: Vielen Dank Herr Späld und Frau Sander.

00:25:28: Sehr gerne.

00:25:29: Vielen dank fürs Zuhören.

00:25:30: Alle weiteren Infos stehen ja unten in den Shownotes.

00:25:33: Und wir freuen uns schon auf das nächste Mal.

00:25:35: Bis dahin alles Gute.

00:25:36: Tschüss.

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