#31 "Krisen sind Zeiten, in denen man sich transformieren muss.“ – Heinrich Sülzle über Mut, Wachstum und den Jakobsweg
Shownotes
Krisenzeiten sind Transformationszeiten – sagt Heinrich Sülzle, Geschäftsführer der SÜLZLE Gruppe. In dieser Folge sprechen wir über Leadership im Familienunternehmen (4. Generation), Verantwortung für Mitarbeitende und nächste Generation, Vertrauen als Führungsprinzip über viele Standorte und die Kunst, auch schwierige Personalentscheidungen wertschätzend zu treffen.
Besonders persönlich wird es, wenn Heinrich Sülzle erzählt, warum er sich bewusst Auszeiten genommen hat – von der Schweigewoche bis zu drei Monaten Jakobsweg – und wie diese Erfahrungen Prioritäten, Gelassenheit und Fokus verändert haben. Außerdem geht es um antizyklisches Investieren in der Krise, Lernen aus Fehlinvestitionen, Optimismus als unternehmerische Grundhaltung und die Frage: Wie finden Führungskräfte Antworten nicht nur im Außen, sondern auch im Inneren?
Eine Folge über Mut, Werte, Wachstum – und darüber, warum die Zeit nach der Krise oft besser wird, wenn man sich heute richtig aufstellt.
Heinrich Sülzle führt ein Familienunternehmen in vierter Generation und spricht offen über Verantwortung, Werte und Wachstum in unsicheren Zeiten.
Mehr über unseren Gast:
Heinrich Sülze, geschäftsführender Gesellschafter, Sülzle Gruppe
Heinrich Sülzle (LinkedIn): https://www.linkedin.com/in/heinrich-s%C3%BClzle-29484a81/?originalSubdomain=de
SÜLZLE Gruppe (Website): https://suelzle-gruppe.de/
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Transkript anzeigen
00:00:00: Krisenzeiten sind immer Zeiten, in denen man sich transformieren muss.
00:00:03: Und deshalb müssen wir jetzt die Opportunitäten, die sich uns bieten, abwägen, Chancen prüfen und sagen, okay, wir sind der Meinung, Deutschland, Europa wird wieder wachsen.
00:00:15: Und je tiefer die Krise werden wird oder ist, umso besser wird dann die Zeit danach auch wieder werden.
00:00:22: Und jetzt lasst uns einfach mal uns transformieren und aufstellen für diese Zeit, die dann
00:00:27: kommt.
00:00:30: Willkommen zu Headhunter Insights.
00:00:33: In diesem Podcast dreht sich alles um Leadership, die den Unterschied macht.
00:00:37: Freuen Sie sich auf Insights eines Headhunters und spannende Gäste, die exklusive Einblicke aus den Chefetagen deutscher Unternehmen mitbringen.
00:00:46: Das ist Headhunter Insights.
00:00:52: Herzlich Willkommen zu Hettern der Insights.
00:00:53: Ich bin Jessica Sander und freue mich sehr heute zusammen mit Dominik spät durch die Folge zu führen.
00:00:57: Hallo Dominik.
00:00:58: Hallo Jessica.
00:00:59: Unser heutiger Gast führt ein Familienunternehmen in vierter Generation.
00:01:02: Es ist ein Unternehmen, das in einer sehr herausfordernden Branche unterwegs ist.
00:01:06: Stahl und Bau und trotzdem in Krisenzeiten investiert, während andere eher auf die Bremse treten.
00:01:11: Und was ihn ausmacht, er spricht sehr offen für Verantwortung, für die Menschen, das Unternehmen, aber auch für die nächste Generation.
00:01:18: Und erst jemand, der sich selbst immer wieder hinterfragt, hat sich auch Auszeiten genommen, ist unter anderem mit fünfzig den Jakobsweg gegangen.
00:01:24: Und diese Erfahrungen haben seine Wert und seinen Blickaufführung noch einmal deutlich geschärft.
00:01:29: Und wir sprechen heute darüber, wie man als Familienunternehmer mit starken Werten durch unsere Zeiten führt, woher der Mut kommt, in Krisen zu investieren und wie persönliche Erfahrungen wie der Tod des Vaters, den eigenen Führungsstil und die Sicht auf Wachstum verändern.
00:01:45: Ich freue mich sehr, dass wir heute bei Ihnen sein dürfen.
00:01:47: Herzlich willkommen, Heinrich Sölze.
00:01:49: Hallo.
00:01:50: Vielen Dank.
00:01:51: Ich freue mich auch, dass ich heute mit Ihnen diesen Podcast machen darf.
00:01:55: Und bin gespannt auf unser... Gespräch.
00:01:58: Sehr schön, so geht es mir auch.
00:02:00: Und lassen Sie uns doch mal mit unserer lieb gewonnenen Frage starten.
00:02:03: Was beschäftigt Sie im Moment aktuell, also besonders, einmal beruflich und wenn Sie mögen auch gerne privat?
00:02:10: Ja, beruflich.
00:02:12: beschäftigt mich natürlich insgesamt die wirtschaftliche Lage nicht nur in Deutschland Europa, sondern auch auf der ganzen Welt natürlich und gefühlt natürlich diese starke Dominanz, die USA im Augenblick ausübt.
00:02:27: Sind wir natürlich schon gespannt, was jeden Morgen wieder in dem Nachrichtenticker dann steht und was wieder passiert.
00:02:34: Aber was mich auch sehr beschäftigt, ist einfach die... Lage in Deutschland, beziehungsweise auch der Umgang damit.
00:02:44: Natürlich haben wir herausfordernde Zeiten, aber ich habe so das Gefühl, dass wir uns in diesem schlechten Modus, ich muss mal sagen so, wir suelen uns wie die Wildschweine mehr oder weniger in dieser schlechten Stimmung und jeder kann es dann noch besser.
00:03:02: Und das hilft uns natürlich gar nicht, weil die Lage ist, glaube ich, herausfordernd.
00:03:07: Aber wir müssten alle ein bisschen mehr positiv in die Zukunft blicken, auch mal sehen, was wir alles schon erreicht haben, was wo wir gut sind und einfach die Stimmung besser machen, weil dann würde auch unsere Wirtschaft besser laufen und dann wird es uns allen auch persönlich besser gehen, weil mit einer schlechten Stimmung macht es ja auch keinen Spaß.
00:03:28: Hatten wir vorhin schon im Eingangsgespräch, dass es im Moment halt wirklich so ist, dass man einfach nur Negatives hört.
00:03:34: Aber letztendlich das Standort Deutschland gibt es nach wie vor wenig Alternativen.
00:03:38: Und wir haben ja beide auch gesagt, wir wollten auch nirgendwo anders leben wie in Deutschland.
00:03:42: Nee, also ich bin hier in Rosenwald geboren, getauft, konformiert, aufgewachsen, zur Schubligang.
00:03:48: Ich wohne hier seit über, ja, knapp sechzig Jahren jetzt.
00:03:51: Und ja, ich möchte eigentlich noch ins andere Leben als hin.
00:03:56: in dieser schönen Region hier in Deutschland.
00:03:58: Und privat haben Sie gesagt, sind Sie ja auch dran, in die nächste Generation zu denken.
00:04:03: Und das ist ja auch etwas, was ja auch entspannend ist als Unternehmer und was ja auch viel Spaß macht.
00:04:09: Wenn Sie mögen, vielleicht mal noch drei Sätze dazu.
00:04:11: Ja, also ich sehe mich als Unternehmer in dieser vierten Generation als Verwalter dieses Unternehmens.
00:04:18: Also so mehr oder weniger.
00:04:20: Ich habe den Staffelstab.
00:04:21: Vielleicht jetzt nicht in der üblichen Form bekommen, aber ich habe die Verantwortung bekommen, gemeinsam auch mit meinen Geschwistern, das Unternehmen dann praktisch auch jetzt weiterentwickelt.
00:04:31: Und meine Aufgabe ist das jetzt natürlich dann in die nächste Generation.
00:04:35: zu geben, auch die nächste Generation so darauf vorzugereiten und zu begeistern für das Unternehmen und das Unternehmertum.
00:04:42: Und dieser Prozess läuft jetzt, aber der ist jetzt angelaufen, so in den nächsten fünf Jahren wird da das dann auch Stück für Stück übergeben und da freue ich mich jetzt drauf.
00:04:52: Ich habe eine spannende Aufgabe.
00:04:54: Ja, vor allen Dingen ist es natürlich auch, ich sage mal, für die nachkommende Generation eine Verpflichtung.
00:04:59: Aber es ist natürlich auch wunderschön, wenn die Generation mitzieht.
00:05:03: Es gibt auch viele Unternehmen, wo dann, ich sage mal, die Kinder einfach keinen Interesse haben, aber umso schöner, wenn es dann in die nächste Generation gehen kann und man das dann noch eine Zeit gemeinsam gestalten kann.
00:05:15: Ja, das muss ich ehrlich sagen, habe ich auch schon von langer Hand das Stück bald vorbereitet.
00:05:20: Also, wir hatten jetzt ja gerade Weihnachten, Weihnachten.
00:05:24: Ich bin mit meinen Kindern zusammengesessen.
00:05:27: Heiligabend tauschen wir uns dann immer aus.
00:05:30: Was war so dieses Jahr?
00:05:31: Und dann habe ich so ein kleines Statement gegeben.
00:05:34: Also im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im.
00:05:54: Da habe ich dann noch mal Riese Riese mehr gezogen und gesagt, okay, jetzt sind es nur noch fünf Jahre.
00:05:56: Aber meine zwei Jungs haben sich schon committed.
00:06:00: Maximilian ist schon im Unternehmen.
00:06:01: Patrick hat jetzt gerade in Zürich Stelle angenommen.
00:06:05: Er tut den nächsten zwei, drei Jahre und kommt dann auch.
00:06:09: Der Weg ist geebnet und wenn alles jetzt so läuft, wie wir es planen, dann geht es auch gut in die nächste Generation über.
00:06:15: Freut mich.
00:06:15: Ja, großartig.
00:06:16: Bevor wir uns noch weiter um die Zukunft kümmern, würde ich gerne noch mal ein paar Schritte zurückgehen.
00:06:21: Und zwar haben Sie ja im Vorgespräch auch erzählt, dass es entscheidende Wegmarken gab in Ihrem Leben, unter anderem natürlich der viel zu frühe Tod Ihres Vaters und dass Sie dann sehr früh auch Verantwortung übernommen haben.
00:06:31: Wie blicken Sie heute auf diese Phase zurück?
00:06:34: Ja, glaub ich, wenn man so in meinem Alter ist, kann man natürlich schon ... Also Rückblicke halten.
00:06:41: Man hat ja schon viel erlebt.
00:06:43: Man hat hoffentlich noch viel vor sich.
00:06:45: Aber man kann natürlich schon zurückschauen und dann gibt es natürlich immer besondere, in jedem Leben ist es besondere Momente, besondere Einschnitte.
00:06:54: Manchmal schlägt der Blitz ein, manchmal steht man andere Kreuzungen und überlegt, fahre ich nach links oder rechts oder geht mein Leben jetzt in die Richtung oder in die andere Richtung.
00:07:03: Partnerwahl ist auch immer ganz besonders.
00:07:08: Also von dem her war natürlich für mich das einschneidendste Erlebnis damals der frühe Tod von meinem Vater.
00:07:14: Ich war damals gerade zwanzig mitten im Studium und habe dann sofort für mich mehr oder weniger auch die Entscheidung getroffen.
00:07:25: Okay, jetzt bist du hier in der Verantwortung und habe auch meiner Mutter mehr oder weniger das auch sofort.
00:07:35: übertragen bekommen.
00:07:36: Meine zwei jüngeren Brüder waren damals noch in der Schule.
00:07:39: Meine ältere Schwester war schon im Unternehmen.
00:07:42: Und für mich war das einfach klar, dass jetzt der Zeitpunkt ist, dass ich hier der Unternehmer werde.
00:07:49: Wenn man nicht sagt, es ist schon kindheitlich, auch immer ins Unternehmerturm geprägt worden, oder?
00:07:53: Das ist ja nichts, was wir jetzt auf nachher
00:07:55: gucken.
00:07:57: Ja, aber es waren natürlich ein totaler Schiff davor.
00:08:03: Das Sunny Boy ist einmal so, weil es kostet die Welt und jetzt seine Hobbys und alles gepflegt und danach war halt die Pflicht.
00:08:12: Aber ja, so sind halt die Lebenswege.
00:08:15: Sie haben ja auch erzählt, oder ich habe es ja auch schon angedeutet, dass Sie ganz bewusst sich Auszeiten genommen haben.
00:08:20: Ich finde das ganz spannend, als Sie das erzählt haben.
00:08:22: Und zwar waren Sie unter anderem in den Alpen für eine Schweigewoche und später sind Sie dann in Jakobsweg gegangen.
00:08:28: Was war denn damals, die ihr Impuls dieser Auszeiten zu nehmen?
00:08:32: Ja, ich bin ein sehr reflektierender Mensch, also reflektier mich selber, hab auch, das sind hier sehr christlich auch erzogen geworden, die schwäbischen Pietisten, also Ora et Labora gilt er auch, also Päte und Arweite und früher auch immer gemeinsam in die Kirche gegangen mit meinen Eltern und Das hat eine natürlich schon geprägt und mich haben natürlich immer auch schon diese großen Fragen des Lebens beschäftigt.
00:09:06: Also warum bin ich eigentlich hier?
00:09:09: Was ist meine Aufgabe in diesem Leben?
00:09:12: Was trage ich Verantwortung oder überhaupt?
00:09:15: Sagen wir diese großen Dinge?
00:09:17: Wo kommen wir her?
00:09:18: Wo gehen wir hin?
00:09:19: Und da gibt es natürlich dann immer auch mal Themen, wo man sich zurückziehen muss.
00:09:28: Und ob das jetzt mal eine Woche im Kloster war oder dann auch diese Woche in den Alpen, was auch sehr spannend war damals, kann ich mich gut erinnern.
00:09:40: Das war eigentlich der Zeitpunkt, in dem ich dem Tod von meinem Vater ja so richtig verarbeitet habe, auch in Bildern gefühlt, weil im Prinzip in dieser Gruppe, wo wir waren, war ein junger Mann.
00:09:56: in meinem Alter, der mit seinem Vater diesen Weg damals gegangen ist und gefühlt bin ich dann natürlich diesen Weg auch nochmals mit meinem Vater gegangen und habe also diese Fragen, warum bist du gegangen, warum musste es sein und und und auch noch mal reflektiert und für mich genau ein Stück weit verarbeitet.
00:10:20: Und der Jakobsweg war etwas ganz Besonderes, da habe ich mir ganz bewusst Das vorgenommen frühzeitig zu meinem fünftigsten Geburtstag, also ich habe das so für mich definiert.
00:10:33: Fünftig ist die Mitte meines Lebens.
00:10:36: Und ich gehe jetzt diesen Weg, also bin dann Ende Juli hier von der Haustür in Rosenwald losgelaufen, habe mich noch mit unserem Pfarrer getroffen in der Kirche, habe noch ein Pilgersägen gesprochen und bin dann von hier dann... dann losgelaufen.
00:10:52: und das Ziel war, nicht so viel zu laufen wie es irgendwie geht, sondern am dritten Oktober an meinem fünftigsten Geburtstag in Santiago anzukommen und diesen Weg ganz bewusst zu gehen, also rückt Schau zu halten auf das Leben, das bisher, das ich auch in großer Dankbarkeit gemacht habe, auch vielleicht so ein bisschen zu erspüren, was... Was ist denn meine Aufgabe so in der nächsten Lebenshälfte, ob das dann fünfzig Jahre denn nochmal sind oder nur nur vierzig oder dreißig?
00:11:25: Aber gefühlt habe ich gesagt für mich, das ist die Mitte meines Lebens und tatsächlich bin ich dann im dritten Oktober in Santiago in der großen Kapelle gesessen und ja, es sind ganz viele Geschichten passiert auf diesem Weg, dann habe ich auch alle festgehalten in meinem Pilger-Tagebuch, aber die größte Geschichte war dann tatsächlich an diesem dritten Oktober, wo ich dann in dieser Kathedrale, es ist ja die Kathedrale in Santiago gesessen bin und der Gottesdienst, dann mehrere Priester waren da abgehalten worden und ganz am Ende dieses Gottesdienstes, dann der Priester, der die Predig gehalten hat, einen seiner Kollegen noch nach vorne gebeten hat.
00:12:12: Und hat ihn dann vorgestellt und hat ihm dann zum Geburtstag gratuliert.
00:12:16: Und das werden sie es nicht glauben, aber der Mensch ist an diesem Tag einhundert Jahre alt geworden.
00:12:23: Und da muss ich schon sagen, oh Mann, das ist doch jetzt aber ein gutes Zeichen.
00:12:28: Also jedes Mal, wenn ich das erzähle, lasse ich immer noch Eiskalt
00:12:31: in
00:12:32: den Rücken herunter, gell.
00:12:34: Sie haben gesagt, wir hatten sie auch im Vorgespräch über das Thema Jakobsweg und sie haben da klar gesagt, Das macht was mit einem, wenn man so den Jakobsweg geht oder auch die Zeit in den Alpen.
00:12:45: Wenn Sie heute drauf schauen, was hat sich nach dieser Zeit für Sie einfach persönlich verändert, also zurückgekommen sind?
00:12:55: Also das zurückkommen ist erstmal gar nicht so einfach.
00:12:58: Also was ganz praktisch sich geändert hat, das Telefon klingelt gar nicht mehr so oft bei mir seitdem.
00:13:05: Also... Meine Organisation, meine Geschwister und alle Mitarbeiter hatten ja keinen Kontakt mit mir fast drei Monate.
00:13:14: Ich war weg raus.
00:13:16: Ich habe andere Telefonnummer gehabt, nur mit meiner Frau noch kommuniziert.
00:13:21: Ansonsten war ich weg.
00:13:23: Da hat jeder natürlich ein Stück mehr Verantwortung bekommen oder übernommen oder sich auch genommen.
00:13:28: Es geht dann, gell?
00:13:30: Es geht, also ich habe dann auch, ja, ich war dann ganz überrascht, das ruft mich gar keiner mehr an.
00:13:35: Was ja gutes Zeichen ist.
00:13:38: Ja klar, das macht viel mit einem, weil wir einfach einen anderen Blick auf die alltäglichen Dinge dann hat.
00:13:47: Wir nehmen uns selber natürlich alle oftmals viel zu ernst.
00:13:51: So dieses Bild für mich auch geprägt.
00:13:53: Also, muss ich jetzt einfach mal vorstellen, dass jetzt irgendeiner in so einem Raumschiff und fährt durch die Galaxien und beamt dann irgendwann mal auf diesen wunderbaren Planeten Erde und beamt dann mal richtig rein.
00:14:05: Und was sind wir eigentlich für ein Staubkirn in diesem Universum?
00:14:09: Und wie wichtig nehmen wir uns da eigentlich?
00:14:13: Und was ist eigentlich wirklich wichtig im Leben?
00:14:17: Also solche Fragen sterben wir sich dann.
00:14:20: Aber klar, das Geschäft geht natürlich weiter und ist auch die Grundlage für unseren Wohlstand und Arbeit macht mir auch weiterhin viel Spaß.
00:14:29: Das war ja auch spannend, kannst du dann überhaupt wieder so reinkommen, aber nee, ich habe dann eigentlich sogar gesagt, nee.
00:14:35: Vielleicht mit nochmals einem anderen Mindset, aber auch mit klarem Fokus und großen Zielen geht es jetzt natürlich noch mal in die nächste Lebenswelt.
00:14:43: Das wollte ich gerade fragen, was sich denn auch als Unternehmer oder als Cheftern geändert hat, ob sie die Führung noch anders definiert haben oder
00:14:50: Ja, wir haben die Führung, ich glaube schon, dass wir über die Jahre einen sehr intensiven, ausgeprägten Führungsstil mit unseren Werten haben und pflegen und den er wirklich transportieren.
00:15:04: Es ist immer schön, wenn auch Besucher zu uns kommen und mir das dann widerspiegeln, tatsächlich, wie sie hier dann ankommen und empfangen werden und welchen Spirits sie dann hier auch aufnehmen.
00:15:16: Und das ist eigentlich so dieser Anspruch überall, wo Sözle draufsteht, soll auch Sözle drin sein, sollen diese Werte gelebt werden.
00:15:22: Dieses Drehgewinnerprinzip, das wir haben, unser Sözle-Wertirat mit dem Ziel praktisch, dass wir nicht nur zufrieden ist, sondern wirklich begeisterte Kunden haben, aber auch begeisterte Mitarbeiter und an einer intakten Umwelt arbeiten.
00:15:38: Und das haben wir ganz klar in unserer Philosophie niedergeschrieben.
00:15:42: Und das versuchen wir wirklich, egal wie hoch der Anspruch auch ist, täglich zu leben.
00:15:48: Also wir haben uns jetzt schon öfters unterhalten.
00:15:50: Aber immer wenn man ihn, wenn ich ihn zuhöre oder wenn wir uns unterhalten, spürt man sehr stark dieses Spannungsfeld, also im positiven Gemeinden, auf der einen Seite unternehmerische Verantwortung, aber auch die Verantwortung für Mitarbeiter, Mitarbeiter und Mitarbeiter.
00:16:05: Das ist ja für Sie ganz wichtig, dass das Unternehmen auf eine Zukunft hat.
00:16:08: Ich erinnere mich da auch an ein Vorgespräch, wo Sie gesagt haben, die Mitarbeiter sind unser Unternehmen und es ist ja der Drehen- und Angelpunkt.
00:16:16: Sie haben erzählt, dass es manchmal aber auch schwierig ist, Personalentscheidungen zu treffen.
00:16:21: Gerade wenn Sie haben ja ein ordentliches Tempo vorgelegt in den vergangenen Jahrzehnten, kann man ja auch schon fast sagen, wenn Mitarbeiter so dieses Tempo nicht richtig mitgehen können oder nicht ins Unternehmen passen.
00:16:35: wenn man Mitarbeiter nah ist, auch wirklich schwierig, dann solche Entscheidungen zu treffen.
00:16:40: Was bedeutet denn Ihr Wertefundament, wo wir jetzt vorhin schon drüber gesprochen haben, gerade für solche Entscheidungen im Alltag, wenn Sie solche Entscheidungen treffen müssen?
00:16:47: Wie gehen Sie da vor?
00:16:49: Ja, also nicht jeder Deckel passt auf jeden Topf.
00:16:53: Also auch nicht jeder Mitarbeiter passt in unsere Unternehmen.
00:16:56: oder es gibt sicherlich Matches, wo es dann passt und bei manchen Passzeit nicht.
00:17:03: Das ist klar.
00:17:04: Für mich ist immer wichtig, dass man unterscheidet zwischen dem, was der Mensch ausmacht, also der Mensch ist und die Rolle, die er mit Unternehmen dann einnehmen muss an die Verantwortung, die er da trägt.
00:17:17: Und die Basis ist natürlich unsere Philosophie, unsere Werte.
00:17:22: Die muss natürlich vom Grundsatz her passen.
00:17:27: Dann gibt es natürlich auch die Menschen entwickeln sich oder entwickeln sich vielleicht auch nicht.
00:17:34: Das muss man dann einfach sehen und dann macht es vielleicht auch in der einen oder anderen Stelle Sinn zu sagen, hör mal her, es hat jetzt nichts mit einer Person zu tun oder mit deinen Werten.
00:17:46: Diese Aufgabe oder diese Rolle kannst du jetzt nicht ausfüllen.
00:17:51: Wir brauchen das aber als Firma.
00:17:54: Vielleicht gibt es andere Aufgaben im Unternehmen, das prüfen wir natürlich dann zuerst, aber manchmal passt es halt dann nicht zusammen und dann muss man sich halt auch wirklich auf eine, ich sag mal, wertschätzende Art Rauch wieder trennen können.
00:18:08: und das gehört einfach zum Unternehmertum auch dazu.
00:18:11: und wir sagen mal, klar, wir leben in einer Leistungsgesellschaft.
00:18:16: Wir haben hohe Ansprüche an uns selber.
00:18:18: Der Markt hat hohe Ansprüche an uns.
00:18:21: Und wir brauchen, ich sage immer so gerne, ein High-Performance-Team.
00:18:25: Und das müssen wir halt uns dann als aufbauen.
00:18:30: Sie hatten ja im Vorgespräch auch ganz ehrlich gesagt Rückblicken.
00:18:32: Gab es manche Dinge oder Entscheidungen, die dann vielleicht oder Partner, die sich in eine falsche Richtung entwickelt haben.
00:18:38: Und es gab schon Bauchgefühl.
00:18:39: Wie gehen Sie denn heute mit einem Bauchgefühl um?
00:18:43: Ja, Intuition, Bauchgefühl ist, glaube ich, ein ganz wichtiger Indikator, insbesondere in der Personalauswahl.
00:18:55: Klar, die Hardfacts müssen natürlich passen, aber letztendlich ist ja dann die Frage so zwischen den Fingern, wie ist die Chemie?
00:19:04: Passt der ins Team?
00:19:06: Das schauen wir schon gut drauf und wir lassen grundsätzlich auch die meisten Mitarbeiter mal einen Schnuppertag machen oder mal eine Probewoche, weil es ist ja für beide, muss man ja sagen, äußerst unangenehm, wenn man sich nach kurzen Zeit wieder drinnen muss.
00:19:26: Also für beide Seiten ja.
00:19:29: Eigentlich eine Katastrophe, weil wir als Unternehmer oder Unternehmen investieren viel in den Mitarbeiter.
00:19:34: Und der Mitarbeiter gibt vielleicht eine Position auf und steht dann wieder im Prinzip vor neuen Herausforderungen, neue Aufgaben zu finden.
00:19:43: Also die Mitarbeiter suche, aber das ist ja ihr Thema auch.
00:19:47: Absolut.
00:19:48: Ist wohl die Königsklasse im Unternehmen.
00:19:50: Und es gibt halt keine Garantie.
00:19:51: Es ist immer...
00:19:53: Nein, es gibt keine Garantie.
00:19:55: Es gehört
00:19:55: von beiden Seiten Mut dazu, den Weg zu gehen und dann... eben auch zu gucken, dass wir da gemeinsam zum Erfolg kommt.
00:20:01: Genau.
00:20:01: Und ich habe auch Mitarbeiter, Partner gehabt, wo wir am Anfang wunderbar harmoniert haben, viele Dinge aufgebaut haben und das hat sich dann einfach irgendwie dann auch auseinander gelebt.
00:20:14: und dann gibt es halt auch Punkte, wo man sagt, okay, jetzt gehen wir eben getrennte Wege und dann muss man das auch sauber organisieren und dann sind beide vielleicht dann auch glücklich im Nachhinein.
00:20:27: Und was mir gut gefällt oder was ich einfach auch immer wichtig finde, was aber nicht immer passiert ist, dass man, wenn man sich dann trennt, das ist trotzdem wertschätzend passiert.
00:20:34: Ich meine, das irgendwo auf Augenhöhe, das ist ganz wichtig.
00:20:39: Das Süßeste, Sie führen heute Unternehmen mit rund tausend Mitarbeitern an über dreißig Standorten.
00:20:45: Ohne Vertrauen würde das ja auf die Distanz, ich sag mal hier, aus dem Schwäbischen heraus nicht funktionieren.
00:20:52: Was bedeutet dieses Grundvertrauen ganz praktisch für einen Führungsstil?
00:20:57: Ja, also mein Leitspruch ist immer so, ich vertraue euch immer allen, allen so lange, bis er mich vom Gegenteil überzeugt.
00:21:06: Also das Vertrauen muss erst mal geschenkt werden.
00:21:10: Und ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich spreche auch gar nicht von Mitarbeitern, sondern von Mitunternehmern, dass die Menschen, wenn sie Vertrauen haben und auch eine Aufgabe bekommen, die sie auch herausfordert, die auch zu ihnen passt.
00:21:26: wo sie dann auch gestalten können, dass sie sehr unternehmerisch dann auch arbeiten.
00:21:32: Und das ist, sagen wir, unsere Entwicklung, unsere Wachstum, die die ja gar nicht stattfinden können ohne diese Grundeinstellung, weil sie können sich zu Tode kontrollen.
00:21:46: überlegen wer bescheißt mich jetzt heute wie oder was und was?
00:21:49: aber was macht es mit ihnen?
00:21:52: das bringt sie ins Grab und nicht in den himmel.
00:21:55: also von dem her klar es gibt dann auch immer die es gibt wirklich immer ein paar die schaffen das dass sie mich dann davon überzeugen dass es oder auch nicht nicht gerechtfertigt war.
00:22:07: aber das ist
00:22:08: gehört auch dazu das
00:22:09: ist das ist dann auch wieder eine Landkurve sozusagen.
00:22:12: und ja Also das ist so meine Grundeinstellung und das ist so unsere Philosophie.
00:22:18: Also was für mich das Willstel ausmacht und wir hatten ja jetzt mehrere Gespräche und haben uns auch schon öfters unterhalten und haben sie mir auch immer wieder bestätigt, was ich wirklich richtig gut finde, sie investieren und wachsen in Zeiten, wo andere eher auf die Bremse treten.
00:22:32: Also nutzen quasi eine Krise oder eine Situation, die wir jetzt haben.
00:22:35: Also im Moment haben wir ja Baukrise, sie haben ja auch sehr hohe Stahlpreisschwankungen, die Unsicherheit haben wir heute auch schon diskutiert.
00:22:43: Was hat sie geprägt, dann diesen Weg zu gehen oder einfach auf diesen Mut zu haben, zu sagen, okay, jetzt ist Krise, jetzt sind Krisenzeiten, wir investieren dennoch strategisch, also sie haben ja nicht aus dem Bauch heraus investiert, sondern die haben das strategisch aufgegleist und investieren einfach dann in der Krise und warten nicht ab, bis alles Gutes.
00:23:03: Also Mut, ich glaube, das ist richtig heftig.
00:23:08: Übrigens, ja einer unserer drei ... wichtigen Wert in unserem Wetterrat, also die Ehrlichkeit, der Mut und die Gesundheit.
00:23:17: Und ich bin jemand, der ja schon ein bisschen visionär vereinlagt ist.
00:23:23: Also jemand, der sich schöne Bilder im Kopf kreieren kann und dann Strategien schmieden und dann ist natürlich das aus dem Kopf das Papier und von Papier dann in die Materie.
00:23:38: Das ist dann so irgendwo der Weg.
00:23:41: Und so dieses grundsätzlich positive, diese grundsätzlich positive Einstellung, wenn man jetzt mal einfach lange zurück schaut in die Geschichte, dann muss man ja sagen, die Welt hat sich über die letzten Tausenden von Jahren eigentlich immer in eine Richtung entwickelt und das war in eine positive Richtung.
00:24:00: Klar haben wir ziemlich Amplituden dazwischen drin, jetzt auch wieder im Augenblick.
00:24:06: Absolut.
00:24:07: Aber ich sag mal, Ich würde heute behaupten, es gibt kein Problem auf dieser Welt, dass die Menschen nicht lösen könnten.
00:24:14: Ob sie das jetzt wollen oder ob die, wo es lösen könnten, wollen, das ist dann vielleicht noch mal eine andere Frage.
00:24:20: Aber ich glaube, wir könnten heute schon alles in dieser Welt lösen, dass jeder nicht mehr irgendwie Hunger leiden muss, dass wir in Frieden zusammenleben könnten, dass wir auch unsere Natur erhalten können.
00:24:33: Und von dem her... Für mich gibt es gar keine Alternative als der Optimismus.
00:24:38: Und Pessimismus bringt einem nicht weiter.
00:24:43: Und klar, vielleicht werde ich vom Gegenteil überzeugt, aber dann war ich immerhin jetzt mal sechzig Jahre lang optimistisch.
00:24:50: Das war schon eine schöne
00:24:52: Zeit.
00:24:53: Meine nächste Frage erübrigt sich fast, weil es geht um Fehlinvestitionen, die es ja da auch sicherlich mal gab, die eine oder andere.
00:24:59: Und wie Sie denn damit umgegangen sind, ob Sie das auch immer so positiv sehen konnten.
00:25:05: Ja, es gibt ja tatsächlich die AFL-Investitionen.
00:25:07: Die schmerzen einen im Geldbeutel dann tief.
00:25:11: Aber man nimmt wirklich das Positive mit.
00:25:13: Es sind auch gute Marker im Leben, die einen nach vorne bringen und mit Land bei jeder falschen Entscheidung etwas wieder dazu für eine gute Entscheidung in der Zukunft.
00:25:26: Also von dem her sehe ich das einfach als ... Der Mut wird oft belohnt und manchmal war man halt vielleicht übermütig.
00:25:37: Und dann muss man dem Tribut zahlen.
00:25:39: Und wenn es dann Geld kostet, kostet es Geld, solange es dann nur Geld ist und nicht irgendwie eine Gesundheit oder so und so irgendwas, ist ja alles noch gut.
00:25:48: Ist
00:25:48: zu verschmerzen, oder?
00:25:49: Wie Sie sagen, es tut weh, aber man kann es dann verschmerzen.
00:25:53: Ich würde dann da gerne einmal auf die Zahlen schauen.
00:25:55: Sie haben das Unternehmen von rund sechs Millionen Euro Umsatz auf Zeitweise.
00:26:00: über Achthundertzwanzig Millionen Euro geführt, auch wenn Sie sagen, dass die Baukrise und Stahlpreiskrise die Kurve wieder etwas nach unten gedrückt hat, wenn Sie auf diese Entwicklung schauen, was war für Sie dieser wichtigste Mutmoment in dieser Wachstumsreise?
00:26:14: Also erstmal muss ich sagen, dass ich das natürlich nicht alleine gemacht habe.
00:26:17: Also nochmals schön, dass wir jetzt den Podcast machen, aber ich sehe mich jetzt hier als Stellvertreter für meine allen Mitunternehmen und natürlich auch meine Geschwister hier.
00:26:26: im Unternehmen.
00:26:27: Das ist natürlich eine absolute Teamleistung.
00:26:30: Da hat jeder seinen Platz.
00:26:31: Ich natürlich an meiner Stelle als vielleicht der, wo so ein bisschen mehr die Entwicklung nach vorne treibt und vielleicht die eine oder andere mutige Entscheidung dann auch wirklich durchdrückt.
00:26:44: Der Visionär.
00:26:46: Er halt so dieses ja Develop nimmt.
00:26:48: Genau.
00:26:49: So Neudeutsch.
00:26:50: So ja und diese zwölf Millionen D-Mark oder sechs.
00:26:55: Million Euro und neunzehntundneinzig.
00:26:58: Ja, wir waren da auch immer mit knapp dreißig, dreißig Leuten und unser Wachstum hat ja dann so ab zweitausend begonnen, wo wir dann den ersten Standort im Schwarzwald übrigens dann eröffnet haben in Dernstetten.
00:27:12: Also neben Rosenfeld sind wir dann dann schon mal stückweit von der schwäbischen Alb in den Schwarzwald gewandert.
00:27:21: Und dann hat sich das Stück für Stück entwickelt, geplant, ungeplant.
00:27:27: Manche Zufälle, wobei Zufälle gibt es nicht.
00:27:30: Und dann wurde das natürlich außer einer gewissen Strategie.
00:27:34: Und ja, ich schaue heute mit großer Dankbarkeit auf das zurück.
00:27:39: Viele gute Entscheidungen, viele tolle Menschen, die wir gewonnen haben, auch, die den Weg mit uns gegangen sind.
00:27:50: Ja, die Zahl, über achthundert Millionen war natürlich ein Stück weit auch mit den Stahlpreisen damals getriggert.
00:27:59: Das sind heute rund bei fünfhundert Millionen, was natürlich auch wahnsinnig zahle ist.
00:28:03: Aber es ist eher so, diese Verantwortung zu haben für diese über tausend Mitarbeiter, die natürlich jeden Monat ihre Familien zu ernähren haben.
00:28:12: Und trotzdem wir natürlich sagen, okay, es ist Krise, aber ... Krisenzeiten sind immer Zeiten, in denen man sich transformieren muss.
00:28:22: Und deshalb müssen wir jetzt die Opportunitäten, die sich uns bieten, abwägen, Chancen prüfen und sagen, okay, wir sind der Meinung, Deutschland, Europa wird wieder wachsen.
00:28:34: Und je tiefer die Krise werden wird oder ist, umso besser wird dann die Zeit danach auch wieder werden.
00:28:41: Und jetzt lasst uns einfach mal ... uns transformieren und aufstellen für diese Zeit, die dann kommt.
00:28:47: Ja, dieser Mutmoment, nee, den einen gibt es nicht.
00:28:50: und im Nachhinein muss ich Ihnen ehrlich sagen, wenn ich jetzt schon, wenn man so rückblickt, erschrocken, wie mutig wir teilweise waren.
00:29:01: Also, im Jahr seven, im Jahr acht haben wir die Firma Kopf aus der Insolvenz heraus übernommen.
00:29:08: Die haben eigentlich ganz wenig mit unserem Geschäftsfeld.
00:29:11: zu tun gehabt.
00:29:12: Anlagenbau, Energie- und Umwelttechnik, Gebäudetechnik.
00:29:16: Aber wir haben einfach gesehen, das ist für unsere Zukunftsbranche.
00:29:22: Da wird auch sehr viel Stahl verarbeitet.
00:29:24: Stahlhandel ist irgendwo vielleicht auch irgendwann nicht mehr so spannend.
00:29:29: Es muss ja irgendwie dann auch vielleicht sich weiterentwickeln.
00:29:32: Also das heißt das Thema Anarbeitung.
00:29:36: Verkauf ich nur einen Stahl, den ich einkauf?
00:29:38: Oder gibt es da noch eine gewisse Wertschöpfung dran?
00:29:40: Und so war dieser Gedanke.
00:29:42: Und da sind wir die ersten Jahre furchtbar auf die Nase gefallen, weil wir überhaupt keine Ahnung von einem Projektgeschäft in der Art und Weise hatten.
00:29:49: Heute sind wir froh, dass wir die Firma haben.
00:29:53: Das ist einfach mal Mut zu haben, was einen neuen Weg zu gehen und den dann aber auch konsequent durchzuhalten und auf dem Weg zu lernen, oder?
00:30:00: Ja,
00:30:01: ich glaube, das kann man uns schon attestieren, dass wir sehr Nachhaltig.
00:30:07: Unsere Projekte.
00:30:09: Verfolgen, also tatsächlich im Rückschau wäre man mal auch gut gewesen, früher ab und zu mal die Reißleine zu ziehen.
00:30:17: Das ist quasi schon die Antwort auf meine nächste Frage, sogar am praktischen Beispiel.
00:30:21: Ich wollte jetzt sagen, ich wollte wissen, oder ich wollte einfach nur fragen, gab es in Ihrem Leben auch Momente, wo Sie gesagt haben, oder Ihrem beruflichen Leben, das müssen wir jetzt einfach mal ausprobieren, aber die Frage haben Sie mir jetzt schon beantwortet.
00:30:32: Ja,
00:30:32: aber schon.
00:30:34: Ja, sogar
00:30:34: mit dem Praxisbeispiel.
00:30:36: Ja, immer wieder noch.
00:30:38: Ja, ich bin immer wieder, sagen wir jetzt, haben wir ja die ganzen Themen der Zukunft.
00:30:42: Also dieses, gut, Digitalisierungbrede hier schon fast zehn Jahre.
00:30:46: Automatisierung, Robotik, KI.
00:30:50: Ja, da müssen wir alle hin.
00:30:51: Da müssen wir neue Wege gehen.
00:30:52: oder Fachkräftemangel.
00:30:54: Ich war letztes Jahr in Indien und hab mal gesagt, ich muss jetzt einfach mal
00:30:59: gucken
00:30:59: gehen.
00:30:59: Jetzt haben wir mit Partnern, gemeinsamer Firma, gegründet, wo wir Ausbildungen in Indien einbieten und Fachrechte.
00:31:08: rekrutieren wollen für Deutschland.
00:31:11: Also, ja, das Leben bietet so viel spannende Möglichkeiten.
00:31:16: Das
00:31:16: Konzept kenne ich aus der Gastronomie.
00:31:17: Die hat es ja auch relativ früh verstanden.
00:31:20: Also ich sage mal jetzt, Inder nach Deutschland zu holen, die hier auszubilden, den hier einen Hafen zu geben.
00:31:26: Und es ist wirklich so kann man vieles regeln.
00:31:28: Man muss nur die Ideen haben.
00:31:31: Man muss den Mut haben, man muss es dann tun.
00:31:34: Und so kann man schon viele Themen regeln, die die Zeit eben.
00:31:38: Heutzutage so aufwärft.
00:31:39: Ja, also es ist schon mal in zehn Jahren gehen.
00:31:43: Ich weiß nicht, wie viele Millionen Menschen in die Rente haben.
00:31:48: Keinen Erwärts.
00:31:49: Die KI alleine wird es nicht regeln.
00:31:51: Nee, das glaube ich auch nicht.
00:31:52: Ich habe jetzt vor kurzem eine Studie von McKinsey gelesen.
00:31:55: Da ging es darum, in bis zu zwei Tausend Dreißig brauchen wir in Deutschland fünf Millionen.
00:32:00: Menschen, die KI-Kompetenz haben.
00:32:02: Das wird auch noch eine spannende Herausforderung, ob es dann fünf Millionen sind oder vier Komma neun, aber das ist schon eine Riesentransformation, die jetzt auch im Arbeitsmarkt stattfinden muss.
00:32:11: Aber KI allein bin ich auch der Meinung.
00:32:14: Wer weiß, was wir in zehn Jahren sagen, aber KI allein wird es nicht regeln, definitiv nicht.
00:32:19: Ne, also es wird immer Menschen.
00:32:20: Man braucht immer den Menschen.
00:32:21: Immer Menschen, absolut.
00:32:24: Was mich auch sehr berührt hat aus dem Vorgespräch, ihr Blick auf die Generationen vor ihnen, ihr Großvater, Urgroßvater, wie sie nach Welt kriegen, Inflation, Verlusten einfach immer weitergemacht haben.
00:32:34: Im Mut, der war schon in ihrer Familie ja da.
00:32:36: Wenn Sie diese Generation anschauen und ihre eigene, was nehmen Sie davon ganz bewusst als Maßstab mit?
00:32:42: Also, dass die Krisen, die wir heute haben, dass die wahrscheinlich Mini sind gegen das, was meine.
00:32:53: Vorfahren durchgemacht haben, also ich sag mal, in Rosenfelden zu gründen am Marktplatz als Schmied, dann kommt der erste Weltkrieg, der Sohn muss in den Krieg, kommt dann Gott sei Dank wieder zurück, darf das Unternehmen übernehmen, dann haben wir die Inflation, die Währungskrisen gehabt, dann haben wir den zweiten.
00:33:17: Weltkrieg gehabt, dann haben wir im Prinzip die Deindustrialisierung, die Franzosen haben uns hier alles weggenommen, was gut war für uns.
00:33:26: Wir mussten alles wieder neu erfinden und dann haben die Unternehmen aufgebaut in der Zeit und haben wirklich mit viel Schweiß und harter Arbeit und Entbehrungen.
00:33:38: Mein Großvater hat seinen ältesten Sohn im Zweiten Weltkrieg verloren.
00:33:44: Was mussten die Menschen erleben?
00:33:46: Was mussten die durchstehen und haben trotzdem immer weitergemacht?
00:33:49: Also von dem her, ja, sind wir... Also der Mensch kann vieler tragen und wir sind glaube noch nicht mit allem Leid geprüft.
00:33:59: Wir sind halt auch in den letzten Jahren ein bisschen verwöhnt, muss man sagen.
00:34:02: Auf
00:34:02: jeden Fall.
00:34:03: Auf jeden Fall.
00:34:04: Wir sind es einfach auch gar nicht mehr gewohnt, dass es eine Krise geben kann.
00:34:07: Das ist einfach das, was uns jetzt vielleicht... Was vielleicht manchmal auch eine Erklärung für die Stimmung ist, die man im Land verbreitet.
00:34:16: Ja, die Stimmung ist aber, wie gesagt ... Es macht natürlich auch vielen Menschen Spaß, diese schlechte Stimmung zuverbreiten.
00:34:26: Da verdienen viele Geld mit.
00:34:27: Ja, das wahrscheinlich auch.
00:34:29: Aber wenn
00:34:30: wir gerade beim Thema Stimmung sind, Herr Süß, es gibt ja viele Unternehmer, die jetzt in der jetzigen Zeit sagen, ich habe einfach keine Lust mehr auf die Bürokratie in Deutschland, auf die Regulierung, die Politik ist mir vertrosen, ich verkaufe und ich bin raus.
00:34:46: Sie stehen ja immer dafür, Sie haben eine klare Agenda.
00:34:49: Sie wollen jetzt nochmal in dieser Phase, wo, über Krise haben wir jetzt gesprochen, einfach nochmal Entwicklung gestalten, einmal für sich selbst und dann ganz sicher auch für Ihr Unternehmen.
00:35:00: Und vor allen Dingen für die nächste Generation, an die Sie dann irgendwann abgeben.
00:35:05: Wie sieht die Agenda für Sie aus?
00:35:08: Ja, also persönliche Entwicklung ist mein Lebensmutter, also auf allen Ebenen.
00:35:14: körperlich, geistig, seelisch.
00:35:16: Und das übertrage ich natürlich dann auch ins Unternehmen.
00:35:19: Also diese Krisezeit, die wir jetzt haben, sehe ich als absolute Transformationszeit und Opportunitätenzeit für uns.
00:35:27: Deshalb möchten wir jetzt auch antizyklisch wachsen, uns aufstellen für die Zukunft, denn eben auch mit diesem Effekt viele gleiche Standards, viele gleiche Produktionen.
00:35:39: zentral zu managen, viele Dinge zentral organisieren zu können, da natürlich auch einen Vorteil daraus zu generieren und unser Geschäftsmodell einfach zu weiterzuentwickeln und zu vervielfältigen.
00:35:53: Das ist jetzt glaube ich, meine große Aufgabe und dabei eben mit diese jungen Menschen im Unternehmen zu entwickeln.
00:36:01: Das sind nicht nur meine eigene nächste Generation, sondern wirklich auch die nächste Generation in der Firma.
00:36:07: Wir haben so einen tollen Pool an jungen Mitarbeitern auszubildenden.
00:36:11: Wir haben jetzt aktuell unsere zweite Talent-Schmiede, so eine Gruppe von fünfzehn Leuten aus der Sützlegruppe, die über zwei Jahre praktisch so ein Entwicklungsprogramm, Vorderprogramm bekommen, einfach um diese Basis zu haben, auch mit qualitativen, guten, jungen Menschen die Zukunft zu gestalten.
00:36:39: Ich sehe, sie sind richtig gut aufgestellt.
00:36:41: Also das ist ein ganz wichtiger Faktor, dass man sich eben viele junge Menschen eben auch im Unternehmen entwickelt oder denen auch die Chance gibt, in die nächste Management-Aufgabe zu gehen und großartig.
00:36:52: Dafür müssen Sie aber auch wachsen.
00:36:53: natürlich, wenn Sie sich stehen bleiben oder stillstand haben oder vielleicht sich zurückentwickeln, dann ist das schwierig.
00:37:02: Wenn wir zum Schluss nochmal auf den Kern Ihrer Geschichte schauen.
00:37:05: Jakobsweg, persönliches Wachstum.
00:37:07: Mut zum investieren, starkes Wertefundament.
00:37:12: Was möchten Sie Unternehmerinnen und Unternehmer oder eben auch den jungen Führungskräfte, die unseren Podcast hören, einfach mitgeben, um dann ähnliche Spannungsfelder einfach zu managen in der Zukunft.
00:37:25: Einfach so als Empfehlung von Ihnen, Heinrich Süßle, an unsere Hörer, wo Sie dann das ein oder andere Mal an Sie denken und Sie mit Ihrem Beitrag dann einfach auch helfen können.
00:37:36: Ja, ich weiß jetzt nicht, ob mir das zusteht.
00:37:39: Hier große Ratschläge zu geben.
00:37:42: Ich glaube, jeder hat so seinen eigenen Weg.
00:37:44: Also, wenn ich jemandem was raten möchte, dann auf jeden Fall, dass er, sagen wir mal, viele Antworten nicht im Außensuch, sondern im Innen.
00:37:55: Also wirklich mal, sich mal zurückzunehmen, zu reflektieren, mal nach Innen zu spüren, weil ich glaube, alle... Antworten, die wir suchen, brauchen nur die richtige Frage, weil die Antworten sind in uns, in uns da und man muss nur die richtigen Fragen stellen und klar, was klassisch ist, wir müssen natürlich in die Zukunft glauben, also jetzt sagen, weil die Amis jetzt uns da so unter Druck setzen oder Die Chinesen oder überall so diese Machtpole gerade entstehen, sagen wir mal, was hat in Deutschland oder unsere Region hier in Europa?
00:38:38: Was können wir zurückblicken?
00:38:39: Wir haben eine unheimliche Kultur, wir haben Werte, wir haben tolle, tolle, tolle Menschen.
00:38:45: Das sind kreativ und das müssen wir einfach erkennen und dann finden wir unseren Platz in dieser Welt.
00:38:54: und ja.
00:38:56: Ja.
00:38:57: Dann werden wir zukunft gestalten und ja auch so ein bisschen so, dass wir wieder mehr entwickeln, also weg von dem ich, ich, ich, so diese Ich-Kultur, die gefällt mir.
00:39:12: Mir gar nicht, ich sag mal auch so, den Blick zu haben für den, so den Next für unser Drumrum.
00:39:18: Jeder Mensch hat seine, seine Talente, seine Stärken.
00:39:22: dem vielleicht auch zu helfen, die zu finden an die richtigen Stellen, die Menschen dann einzusetzen.
00:39:28: Und da haben wir eigentlich eine rundum positive Zukunft.
00:39:33: Also ich würde sogar mal mich in die nächsten hundert Jahre biemen und mal gucken, was denn so aus dieser schönen Welt geworden ist.
00:39:41: Also ich fand es wirklich ein absolut schönes Schlussstatement.
00:39:46: Kann nur sagen, Herr Sülste, vielen, vielen Dank für Ihre Offenheit.
00:39:49: Auch, dass wir heute auch über die weniger geraden Wege sprechen konnten, auch darüber, was Sie verlernt schleifen hatten oder auch mal, was einfach auch mal schwierig war im Leben.
00:40:01: Vielen, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben für die Offenheit.
00:40:04: Hat mir viel Spaß gemacht.
00:40:07: Von meiner Seite auch vielen Dank.
00:40:09: Ich muss sagen, das war ein sehr schönes Gespräch, was mich berührt hat, was mich auch sehr geerdet hat.
00:40:13: Und sehr inspirierend, also ihr Mut oder ihre positive Einstellung und die Wertschätzung, das war, das ist wirklich sehr inspirierend.
00:40:20: Vielen, vielen Dank, dass wir da sein durften für Ihre Zeit und das Gespräch.
00:40:23: Ja, vielen Dank.
00:40:23: Mir hat es auch viel Spaß gemacht und ja, vielleicht gibt es ja die eine oder andere Inspiration dann für die
00:40:28: Hörer.
00:40:28: Mit Sicherheit.
00:40:29: Mit Sicherheit.
00:40:30: Danke schön.
00:40:31: Danke auch Dominik.
00:40:32: Herzlichen Dank fürs Zuhören.
00:40:34: Uns gibt es ja alle zwei Wochen und alle wichtigen Infos, die stehen unten in den Show-Notes.
00:40:38: Und wir freuen uns schon auf das nächste Mal.
00:40:40: Bis dahin, alles Gute.
00:40:41: Tschüss.
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